06 | 2026 WETTBEWERB

Neubau eines Wohnhauses mit Mehrfachnutzung | Filderstadt-Bernhausen

2. Preis in Zusammenarbeit mit ATELIER30 Architekten GmbH

Der Neubau setzt als markanter Stadtbaustein am Übergang von Bernhäuser Hauptstraße und Volmarstraße einen neuen Auftakt der Fußgängerzone und verbindet öffentlichen Raum, Wohnen und Gewerbe zu einem lebendigen Ensemble. Ein einladender Vorplatz stärkt die Adresse und belebt das Quartier mit Gastronomie und Veranstaltungen, während ein klar strukturiertes Gebäude mit flexiblen Wohnformen und nachhaltiger Holzhybridbauweise zukunftsfähige Nutzungen ermöglicht. Im Mittelpunkt steht der Freiraum: Der begrünte Innenhof als gemeinschaftliche Mitte bietet Raum für Begegnung, Spiel und Rückzug. Baumpflanzungen, grüne Inseln und schattige Aufenthaltsbereiche schaffen ein angenehmes Mikroklima, ergänzt durch Rasenflächen und ein gemeinschaftliches Grilldeck. So entsteht ein qualitätsvoller, durchlässiger Lebensraum, der Nachbarschaft und Stadt miteinander verbindet.

Weitere Informationen


06 | 2026 WETTBEWERB

BOMA+ | Braunschweig

2. Preis in Zusammenarbeit mit STAUTH Architekten Partnerschaftsgesellschaft mbB

Mit dem Leitgedanken „Öffnen, Verbinden, Begrünen“ transformiert der Entwurf für das BOMA+-Areal in Braunschweig einen zergliederten Verkehrsraum in ein zusammenhängendes, lebendiges Stadtquartier. Drei maßstäblich abgestufte Baukörper schaffen eine neue Mitte zwischen Innenstadt und Magniviertel und aktivieren das Umfeld mit vielfältigen Nutzungen. Im Fokus steht der Freiraum: Entsiegelte Flächen, grüne Pocket-Parks, schattige Aufenthaltsbereiche und ein autofreier Stadtpark erhöhen die Aufenthaltsqualität spürbar. Neue Wegeverbindungen, niveaugleiche Platzflächen und begrünte Pufferzonen verknüpfen die Stadträume neu. Ergänzt wird dies durch einen intensiv begrünten Dachgarten und attraktive Aufenthaltsorte wie Stadtbalkon und Außengastronomie. So entsteht ein vielfältiger, klimaangepasster Stadtraum, der Bewegung, Begegnung und urbanes Leben neu definiert.

Weitere Informationen


Neubau eines Wohnhauses mit Mehrfachnutzung | Filderstadt-Bernhausen

2. Preis | Neubau eines Wohnhauses mit Mehrfachnutzung

Filderstadt-Bernhausen

In Zusammenarbeit mit ATELIER30 Architekten GmbH

 

Städtebau und Innere Organisation
Der Neubau positioniert sich als selbstbewusster städtebaulicher Baustein an der Ecke Bernhäuser Hauptstraße und Volmarstraße auf der Fläche des ehemaligen Parkplatzes. Er bildet den Auftakt und zugleich den räumlichen Abschluss der Fußgängerzone der Bernhäuser Hauptstraße und stärkt damit die städtebauliche Präsenz dieses wichtigen innerörtlichen Bereichs.
Der differenziert ausformulierte, L-förmige Baukörper reagiert sensibel auf den vorhandenen Kontext. Er nimmt sowohl die Höhenentwicklung als auch die Baufluchten der angrenzenden Bebauung auf und übersetzt den kleinteiligen, körnigen Bestand der Umgebung in eine zeitgemäße architektonische Struktur.
Der Ideenteil ergänzt das Ensemble selbstverständlich und schließt dieses mit seiner Querausrichtung zur Volmarstraße städtebaulich ab. Der markante viergeschossige Baukörper im Realisierungsteil bildet durch einen gezielten Rücksprung einen einladenden Vorplatz aus und markiert damit klar die öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss.
Über ein großzügig dimensioniertes Foyer werden sowohl der Veranstaltungsbereich als auch das Restaurant erschlossen. Beide Nutzungen orientieren sich bewusst zur Bernhäuser Hauptstraße und tragen damit zur Belebung des öffentlichen Raumes bei. Zusätzlich erhalten sowohl der Veranstaltungsbereich als auch das Restaurant einen eigenen Zugang vom Vorplatz. Dadurch können beide Nutzungen unabhängig voneinander betrieben werden, während gleichzeitig Synergien zwischen den Bereichen ermöglicht werden. Der Veranstaltungsbereich wird darüber hinaus durch eine Terrasse zum ruhigen gelegenen Innenhof ergänzt.
Im Foyerbereich befindet sich zudem das zentrale Treppenhaus, über das die Wohnungen in den Obergeschossen erschlossen werden. Das Treppenhaus ist sowohl von der Bernhäuser Hauptstraße als auch vom grün geprägten Innenhof aus zugänglich. Für die zukünftigen Bewohner entsteht dadurch ein direkter und unkomplizierter Zugang zum gemeinschaftlichen Freiraum. Der Innenhof fungiert als kommunikative Mitte des Quartiers und bietet Raum für Aufenthalt, Begegnung und nachbarschaftlichen Austausch.
Im Erdgeschoss befinden sich darüber hinaus sämtliche Nebenräume der Gastronomieküche sowie die zentralen WC-Anlagen. Ein Durchgang von der Volmarstraße verbindet den Innenhof auf kurzem Weg mit dem öffentlichen Straßenraum und stärkt damit die Durchlässigkeit des Quartiers.
Im längs angeordneten Bauteil sind zusätzliche Gewerbeflächen vorgesehen, die aufgrund ihrer flexiblen Struktur bei Bedarf problemlos teilbar sind. Ergänzt wird das Erdgeschoss durch einen Elektrofahrradraum, getrennte Müllräume sowie den Hausanschlussraum.
Die darüber liegenden Geschosse basieren auf einer klar strukturierten Grundrissorganisation mit einem Achsraster von etwa 3,00 m. Diese Struktur ermöglicht eine hohe Flexibilität bei der Ausbildung unterschiedlicher Wohnungstypologien. In jedem Geschoss können sowohl Zwei-, Drei- als auch Vierzimmerwohnungen realisiert werden. Rund 50 % der Wohnungen sind barrierefrei geplant, während die übrigen Wohnungen barrierearm ausgebildet werden. Alle Wohnungen verfügen zusätzlich über eine Loggia, die als geschützter privater Außenraum fungiert und die Wohnqualität deutlich erhöht.
Die Zufahrt zur Tiefgarage befindet sich im gewünschten Bereich im Nordosten des Grundstücks. In der Tiefgarage stehen insgesamt 24 Kfz-Stellplätze sowie ergänzende Kellerflächen für die Bewohner zur Verfügung. Die Staffelgeschosse reagieren im dritten Obergeschoss sensibel auf die Höhenentwicklung der Nachbarbebauung und stellen so einen harmonischen Übergang zum städtebaulichen Kontext her. Der Ideenteil reiht sich in seiner strukturellen Logik analog zum Realisierungsteil ein und gewährleistet damit eine klare architektonische Gesamtfigur.

Architektursprache, Fassadengestaltung, Konstruktion

Der Neubau formuliert einen Stadtbaustein, der das Ende der Fußgängerzone markiert und zugleich als Gelenk zur Volmarstraße fungiert. Die Erdgeschosszone ist offen und einladend, die Architektur ist durch die Materialität der Fassade, Transparenz und die Verzahnung mit dem Standort geprägt. Das Planungskonzept basiert auf den Grundsätzen des nachhaltigen Bauens.
Die Konstruktion ist in Hybridbauweise geplant. Das Untergeschoss, die Treppenhauskerne und die brandschutzrelevanten Bauteile sind als Beton-Massivkonstruktion vorgesehen. Die Gebäudeaussteifung erfolgt über die Erschließungskerne.
Das Erdgeschoss setzt sich als Gebäudesockel von der Kubatur ab und ist mit einer robusten Oberfläche aus vorgefertigten Betonelementen verkleidet. Die Fassadenelemente der Obergeschosse sind hochgedämmt und mit einer hinterlüfteten Holzschalung bekleidet. Alle Glasflächen erhalten einen außenliegenden Sonnenschutz.

Ökologisch-energetisches Konzept, Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit

Analog zum Gebäudekonstruktionskonzept, bei dem mit der Holzhybridbauweise die Materialien dort eingesetzt werden, wo es sinnvoll/wirtschaftlich ist und sowohl die Vorteile des Massivbaus als auch die des Holzbaus genutzt und miteinander kombiniert werden, soll auch das Haustechnikkonzept darauf ausgerichtet sein, bei minimiertem Einsatz technischer Systeme eine hohe Gesamteffizienz zu erreichen (Low-Tech vor High-Tech).

Konzeptionelle Grundsätze für Nachhaltigkeit und den wirtschaftlichen Gebäudebetrieb:

  • Hybrid-Konstruktion mit hohem Vorfertigungsgrad
  • Verwendung recyclingfähiger und natürlicher Baustoffe
  • sehr gut gedämmte Gebäudehülle
  • robuste und nachhaltige Fassadenoberflächen
  • gute und gleichmäßige Tagesbelichtung
  • optimierter sommerlicher Wärmeschutz durch Außenjalousien
  • Heizen und Kühlen (passive Kühlung) mittels Wärmepumpentechnik (keine fossilen Brennstoffe)
  • Einsatz von Photovoltaik und ggf. Solarthermie
  • Einsatz effizienter Anlagenkomponenten mit Wärmerückgewinnung
  • Begrünung der Dachflächen unter den Aspekten der Biodiversität und Unterstützung des Mikroklimas

Die Herstellung des Gebäudes mit einem hohen Vorfertigungsgrad lässt eine wirtschaftliche Errichtung des Bauwerks erwarten. Auf der Basis – Verwendung kreislauffähiger Materialien und Baustoffe, Energieeffizienz und Low-Tech – kann ein nahezu klimaneutrales Gebäude realisiert werden, welches einen vorbildlichen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Freiraum

Der Vorplatz bildet die räumliche Adresse des Gebäudes und markiert den Eingangsbereich der öffentlichen Nutzungen. Gleichzeitig kann er vom Restaurant für eine Außenbestuhlung genutzt werden und trägt damit aktiv zur Belebung der Bernhäuser Hauptstraße bei. Der Platz kann als räumliche Erweiterung der gegenüber liegenden Fußgängerzone verstanden werden und stärkt die Verzahnung der öffentlichen Freiräume.
Der Innenhof wird als grüner, gemeinschaftlich nutzbarer Freiraum gestaltet. Unterschiedliche grüne Inseln schaffen Aufenthaltsqualitäten und bieten vielfältige Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Bewohner. Durch gezielte Pflanzungen von Bäumen sowie heimischen Sträuchern entstehen schattenspendende Bereiche, die insbesondere in den Sommermonaten zu einer hohen Aufenthaltsqualität beitragen. Ein gemeinschaftliches Grilldeck ergänzt das Freiraumangebot und ermöglicht vielfältige Nutzungen für die zukünftigen Bewohner. Der Ideenteil schließt sich gestalterisch mit derselben freiraumplanerischen Sprache an und bildet so ein zusammenhängendes Freiraumgefüge. Großzügig dimensionierte Rasenflächen bieten zusätzlich Raum für Spiel, Bewegung und informelle Begegnungen und unterstützen die Ausbildung eines lebendigen, gemeinschaftlichen Wohnumfelds.


BOMA+ | Braunschweig

2. Preis | BOMA+

Braunschweig

In Zusammenarbeit mit STAUTH Architekten Partnerschaftsgesellschaft mbB

 

Ausgangslage und Leitidee

Das Wettbewerbsgebiet bildet einen zentralen Übergangsraum zwischen Bohlweg, Schlosscarée, Schloss-Arkaden und dem historischen Magniviertel. Heute ist dieser Stadtraum von überdimensionierten Verkehrsflächen, hohen Versiegelungsgraden und mangelnden Blick- und Wegebeziehungen geprägt. Insbesondere die abschottende Architektur des Horten-/Galeria-Bestands sowie die bestehende Gestaltung der Haltestelle „Schloss“ verhindern eine selbstverständliche Verknüpfung mit dem angrenzenden Magniviertel.
Der Entwurf verfolgt daher das Ziel, diesen wichtigen Innenstadtbereich räumlich, funktional und atmosphärisch neu zu ordnen. Unter der Leitidee „Öffnen, Verbinden, Begrünen“ wird der bisher zergliederte Verkehrsraum in ein zusammenhängendes urbanes Platz- und Freiraumgefüge transformiert. Der motorisierte Individualverkehr wird deutlich reduziert und im Shared-Space-Prinzip mit je einer Fahrspur pro Richtung auf die Westseite des Bohlwegs verlagert; der Bereich am Ritterbrunnen wird vom Durchgangsverkehr befreit. Neue Wegeverbindungen, niveaugleich durchgepflasterte Straßenräume und helle, akzentuierende Pflasterbänder in Ost-West-Richtung stärken die visuelle und funktionale Verbindung zwischen Innenstadt, Schlossplatz und Magniviertel. Pocket-Parks im Norden und Süden, begrünte Aufenthaltsbereiche sowie Außengastronomie im Grünen erhöhen die Aufenthaltsqualität und machen das Magniviertel wieder sichtbar und erlebbar.
Mit der Wiederherstellung des historischen Ackerhofportals und der Schaffung einer attraktiven fußläufigen Verbindung zwischen Magniviertel und Schloss-Arkaden wird die historische Wegebeziehung gestärkt und der Stadtraum neu verknüpft. Der Wiederaufbau soll dabei durch den Verkauf der Horten-Kacheln an die Bürger finanziert und als gemeinschaftlich getragenes Projekt in der Stadtgesellschaft verankert werden.

Städtebau und Hochbau

Der Entwurf sieht drei eigenständige, maßstäblich differenzierte Baukörper vor, die historische Wegebeziehungen aufnehmen und eine neue Mitte zwischen Innenstadt und Magniviertel schaffen. Die Baukörper staffeln sich innerhalb des städtischen Kontextes in ihrer Höhe von bis zu sieben Geschossen an der Nordwestecke zum Schlossplatz hin über das Magniviertel auf fünf Geschosse ab und fassen zwei kleine neue Stadtplätze, die als vermittelnde Übergangsräume in das Quartier wirken.
Die Erdgeschosszonen werden mit zwei großen publikumsorientierten sowie weiteren kleinteiligen Nutzungen belebt. Vorgesehen sind Einzelhandel, kleine Gastronomieangebote, soziale und kulturelle Einrichtungen, Dienstleistungen sowie quartiersbezogene Angebote, die einen lebendigen und maßstäblichen Übergang zur kleinteiligen Struktur des Magniviertels herstellen. Als frequenzstarke Anziehungspunkte fungieren im Norden der „LöwenDome“ als Trendsportcenter über Erdgeschoss und erstes Obergeschoss – gekoppelt an die Idee, Dennis Schröder als Leitfigur einzubinden – sowie im südwestlichen Baukörper der Eingang zu einem IKEA City mit ergänzender Markthallennutzung im ersten Untergeschoss.
In den Obergeschossen entsteht eine differenzierte Nutzungsmischung aus Büro, Hotel, Wohnen, Mikro- bzw. Business-Apartments und betreutem Wohnen. Lärmintensivere Fassadenlagen am Damm und an der Georg-Eckert-Straße werden überwiegend gewerblich genutzt, während an den ruhigeren Gebäudeseiten Wohnnutzungen angeordnet sind. Der kleinste Baukörper vermittelt zum Magniviertel und nimmt familiengerechte Wohnungen auf. Ein Restaurant im sechsten Obergeschoss mit intensiv begrüntem Dachgarten und Stadtbalkon bildet einen besonderen städtischen Anziehungspunkt mit Ausblick über Schlossplatz und Innenstadt.

Erschließung und Mobilität

Bewährte Teile der Bestandserschließung werden erhalten und in das neue Quartier integriert. Dazu zählen insbesondere die Anbindung an die Magni-Tiefgarage im Untergeschoss sowie der bestehende Fußgängertunnel vom Damm, der gestalterisch modernisiert und funktional aufgewertet wird. Die IKEA-Markthallennutzung im ersten Untergeschoss wird sowohl über das Erdgeschoss als auch über den ehemaligen Horten-Tunnel erschlossen und so optimal mit Innenstadt, ÖPNV und bestehender Tiefgaragenstruktur verknüpft.
Im zweiten Untergeschoss werden rund 140 PKW-Stellplätze für Bewohner, Hotel, Büro und Gewerbe untergebracht. Ergänzend entsteht im Norden ein zentraler Fahrradraum mit rund 230 Stellplätzen in Doppelparksystemen, erschlossen über einen Aufzug an der Georg-Eckert-Straße und komfortabel aus allen Gebäuden über das zweite Untergeschoss erreichbar. Weitere rund 150 öffentliche Fahrradstellplätze werden im Außenraum angeboten. Eine neue, von außen zugängliche Aufzugs- und Treppenanlage ermöglicht zudem eine barrierefreie Nutzung der Magni-Tiefgarage rund um die Uhr.

Haltestelle und öffentlicher Raum

Die Straßenbahnhaltestelle „Schloss“ wird transparent und filigran neugestaltet. Eine gezielte Unterbrechung der Überdachung in der Sichtachse zwischen Damm und Magniviertel stärkt die visuelle Durchlässigkeit und betont die neue Wegeverbindung. Durch den Rückbau der östlichen Fahrspuren wird der östliche Haltestellenbereich künftig direkt und sicher an das Quartier angebunden, ohne zusätzliche Querung von Fahrbahnen.

Bauabschnitte – Städtebau und Freiraum

Die Realisierung des neuen Quartiers erfolgt in drei aufeinander abgestimmten Bauphasen, die Schritt für Schritt Stadtstruktur und Freiraum neu ordnen und erlebbar machen. So wächst das Projekt in klar lesbaren Etappen zu einem neuen urbanen Mittelpunkt heran und kann rechtzeitig zum 1.000-jährigen Stadtjubiläum von Braunschweig im Jahr 2031 vollendet werden.

Im ersten Bauabschnitt bis 2028 wird die neue städtebauliche Raumkante zum Schlossplatz durch die Errichtung des nördlichen Baukörpers ausgebildet. Parallel entsteht der eingeschossige Innenhof des südwestlichen Baukörpers. Durch die Wiederverwendung der prägenden Horten-Kacheln erhält das Interimsbauwerk eine identitätsstiftende temporäre Gestaltung und ermöglicht bereits frühzeitig eine attraktive Erschließung der Nutzungen im ersten Untergeschoss. Zur visuellen Wiederaufnahme historischer Wegebeziehungen werden die Grundflächen der späteren Baukörper als begrünte Streuwiesen angelegt und machen die zukünftige Quartiersstruktur bereits im Stadtraum ablesbar. Zeitgleich erfolgt der Umbau der Haltestelle „Schloss“. Die Verkehrsflächen werden niveaugleich durchgepflastert, wodurch ein zusammenhängender Stadtraum entsteht. Während der Übergangszeit bleibt der Verkehr auf der Ostseite der Haltestelle – bei reduzierter Fahrspur – weiterhin in Nordrichtung möglich, jedoch bereits verkehrsberuhigt.

Im zweiten Bauabschnitt bis 2030 werden die wesentlichen städtebaulichen und freiraumplanerischen Qualitäten umgesetzt. Die Straße am Ritterbrunnen wird zugunsten eines schattigen, begrünten Fußgängerbereichs zurückgebaut. Nebelfelder erhöhen die Aufenthaltsqualität in den Sommermonaten. Im Norden entsteht ein autofreier Stadtpark mit hoher Aufenthaltsqualität, während im Süden ein begrünter Pocket-Park das Freiraumangebot ergänzt. Entlang des Bohlwegs bildet eine grüne Pufferzone einen angenehmen Übergang zwischen Außengastronomie und Verkehrsraum.

Im dritten Bauabschnitt bis 2031 wird die Gesamtmaßnahme fertiggestellt. Der dritte Baukörper ergänzt das Quartier und vollendet die räumliche Fassung der neuen Stadtplätze. Gleichzeitig werden Teile der Georg-Eckert-Straße zu Radwegen umgebaut und begrünt, während der motorisierte Individualverkehr weiter reduziert wird.

Zukunftsvision ab 2035+

Mit Blick auf das Jahr 2035 wird die Transformation des Bohlwegs zu einem weitgehend autofreien Stadtraum angestrebt. Der Straßenraum wandelt sich von einer verkehrsdominierten Infrastruktur zu einem urbanen Aufenthalts- und Bewegungsraum mit klarer Priorisierung nachhaltiger Mobilitätsformen. Künftig ist die Nutzung im Wesentlichen dem öffentlichen Personennahverkehr sowie dem Radverkehr vorbehalten.

Dachgarten und Stadtbalkon

Angrenzend an das Restaurant entsteht eine intensiv begrünte Dachlandschaft als hochwertiger urbaner Freiraum. Sitzbereiche, Außenbar, Bäume und Aussichtspunkte schaffen vielfältige Aufenthaltsqualitäten mit Blick über die Stadt. Ergänzt wird dieses Angebot durch einen Stadtbalkon, der einen besonderen Ort für Aufenthalt und Beobachtung des städtischen Geschehens bildet.

Belichtung, Flexibilität und Nutzung

Trotz vergleichbarer Bruttogrundfläche zur Bestandsimmobilie verdreifacht der Neubau die belichtete Fassadenfläche. Dadurch entstehen helle, flexible Raumstrukturen mit hoher Aufenthalts- und Arbeitsqualität. Die Nutzungsmischung des Quartiers ist bewusst heterogen angelegt, um langfristig auf unterschiedliche Anforderungen reagieren zu können. Große Publikumsmagneten wie der „LöwenDome“ und IKEA City werden durch kleinteilige Angebote ergänzt, die einen lebendigen Übergang zum Magniviertel schaffen. Wohnangebote für unterschiedliche Nutzergruppen – darunter Familien, Senioren und mobile Berufsgruppen – runden das Konzept ab und interpretieren das urbane Wohnen im Sinne eines lebendigen, durchmischten Quartiers des 21. Jahrhunderts neu.