05 | 2026 PROJEKT

Anne-Frank-Gesamtschule | Düren

Fertigstellung

Mit der Fertigstellung der Freianlagen entstand ein Schulcampus, der Begegnung, Bewegung und Lernen im Freien auf selbstverständliche Weise miteinander verbindet. Erhaltenswerte Bestandsbäume wurden integriert und durch neue Pflanzungen ergänzt. Im Süden prägen grüne, kleinteilige Aufenthaltsbereiche das Bild, die bewusst einen Kontrast zum offenen, sanierten Bestandsschulhof bilden.

Vor dem Gebäude schaffen befestigte Wege und platzartige Erweiterungen vielseitig nutzbare „Höfe“ für Unterricht im Freien, Aufführungen und schulische Veranstaltungen. Der nördliche Schulhof wurde umfassend erneuert und durch ein grafisches Streifenmotiv zusammen mit den Neubauflächen gestalterisch verbunden. So entsteht ein identitätsstiftender Freiraum, der Orientierung bietet und zugleich informelles Spiel fördert.

Eine neue, großzügige Spielfläche ergänzt das bestehende Angebot und schafft weitere attraktive Bewegungsräume für die Schüler*innen.

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07 | 2026 WETTBEWERB

Neubau Feuerwehr und Bürgerhaus | Wehrheim

Anerkennung in Zusammenarbeit mit Atelier30 Architekten

Wie schafft man einen Ort, der im Alltag funktioniert und gleichzeitig Raum für Gemeinschaft, Veranstaltungen und Identität bietet?
Unsere Antwort war, Feuerwehr, Bürgerhaus und Festplatz nicht als Einzelbausteine zu planen, sondern als zusammenhängendes Ensemble. Zwei prägnante Baukörper und die Einbindung des historischen Bestands fassen einen neuen zentralen Platz und schaffen eine klare Adresse für Wehrheim.
Der multifunktionale Freiraum wird zum Treffpunkt des Ortes: Als Festplatz, Aufenthaltsraum mit Bäumen und Sitzstufen sowie als flexibel nutzbare Fläche für Veranstaltungen. Bürgerhaus und Feuerwehr orientieren sich bewusst zu diesem gemeinsamen Mittelpunkt und stärken so Begegnung und Zusammenhalt.
Robuste Materialien, eine zeitgemäße Interpretation der regionalen Baukultur und ein ressourcenschonender Low-Tech-Ansatz verbinden Langlebigkeit, Funktionalität und Atmosphäre.

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06 | 2026 WETTBEWERB

Neue Stadträume für Ortenberg | Ortenberg (Hessen)

2. Preis in Zusammenarbeit mit Thomas Schüler Architekten und Stadtplaner

Im Zentrum des Entwurfs steht eine klare städtebauliche Entscheidung: Statt einzelner Maßnahmen entwickeln wir einen zusammenhängenden, neuen Platzraum als verbindendes Element. Dieser zentrale Ort funktioniert als Dreh- und Angelpunkt, der die Wilhelm-Leuschner-Straße, das Rathaus, den Marktplatz und die historische Altstadt räumlich und funktional miteinander verknüpft.
Besonders prägend ist die Öffnung des Platzes zur Landschaft. Durch die Führung bis an die Hangkante entsteht ein öffentlich zugänglicher Ort mit Ausblick auf die Nidder und die Umgebung – eine Art „Landschaftsfenster“, das den Ort neu erlebbar macht und Identität stiftet. Gleichzeitig werden bestehende Strukturen integriert und gestärkt, anstatt ersetzt.
So entsteht eine neue Mitte, die nicht nur organisiert, sondern Aufenthaltsqualität schafft: ein flexibler Raum für Alltag und Ereignis, der Verwaltung, Wohnen, Mobilität und Freiraum selbstverständlich zusammenführt und als gemeinsamer Treffpunkt für die Stadtgesellschaft funktioniert.

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06 | 2026 WETTBEWERB

Neubau eines Wohnhauses mit Mehrfachnutzung | Filderstadt-Bernhausen

2. Preis in Zusammenarbeit mit ATELIER30 Architekten GmbH

Der Neubau setzt als markanter Stadtbaustein am Übergang von Bernhäuser Hauptstraße und Volmarstraße einen neuen Auftakt der Fußgängerzone und verbindet öffentlichen Raum, Wohnen und Gewerbe zu einem lebendigen Ensemble. Ein einladender Vorplatz stärkt die Adresse und belebt das Quartier mit Gastronomie und Veranstaltungen, während ein klar strukturiertes Gebäude mit flexiblen Wohnformen und nachhaltiger Holzhybridbauweise zukunftsfähige Nutzungen ermöglicht. Im Mittelpunkt steht der Freiraum: Der begrünte Innenhof als gemeinschaftliche Mitte bietet Raum für Begegnung, Spiel und Rückzug. Baumpflanzungen, grüne Inseln und schattige Aufenthaltsbereiche schaffen ein angenehmes Mikroklima, ergänzt durch Rasenflächen und ein gemeinschaftliches Grilldeck. So entsteht ein qualitätsvoller, durchlässiger Lebensraum, der Nachbarschaft und Stadt miteinander verbindet.

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06 | 2026 WETTBEWERB

BOMA+ | Braunschweig

2. Preis in Zusammenarbeit mit STAUTH Architekten Partnerschaftsgesellschaft mbB

Mit dem Leitgedanken „Öffnen, Verbinden, Begrünen“ transformiert der Entwurf für das BOMA+-Areal in Braunschweig einen zergliederten Verkehrsraum in ein zusammenhängendes, lebendiges Stadtquartier. Drei maßstäblich abgestufte Baukörper schaffen eine neue Mitte zwischen Innenstadt und Magniviertel und aktivieren das Umfeld mit vielfältigen Nutzungen. Im Fokus steht der Freiraum: Entsiegelte Flächen, grüne Pocket-Parks, schattige Aufenthaltsbereiche und ein autofreier Stadtpark erhöhen die Aufenthaltsqualität spürbar. Neue Wegeverbindungen, niveaugleiche Platzflächen und begrünte Pufferzonen verknüpfen die Stadträume neu. Ergänzt wird dies durch einen intensiv begrünten Dachgarten und attraktive Aufenthaltsorte wie Stadtbalkon und Außengastronomie. So entsteht ein vielfältiger, klimaangepasster Stadtraum, der Bewegung, Begegnung und urbanes Leben neu definiert.

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Neubau von Feuerwehr und Bürgerhaus | Wehrheim

Anerkennung | Neubau von Feuerwehr und Bürgerhaus

Wehrheim

In Zusammenarbeit mit Atelier30 Architekten

 

Städtebaulicher Leitgedanke
Aus der zentralen Lage im Ortsteil Wehrheim entwickelt der Entwurf einen klar definierten und identitätsstiftenden Ort der „Neuen Mitte“. Zwei prägnante, zweigeschossige Baukörper bilden ein adressbildendes Ensemble, das den neuen Festplatz räumlich fasst und gleichzeitig die Anforderungen von Feuerwehr und Bürgerhaus integriert. Die Fassade des bestehenden historischen Gebäudes im Nordosten wird in das Ensemble eingebunden, sodass Bestand und Neubau gemeinsam die räumliche Kante des Platzes bilden. Der Festplatz ist multifunktional angelegt: Er kann im Alltag als Parkplatz genutzt werden und bietet ausreichend Fläche für Veranstaltungen wie die Zirkus-Projektwoche der Limesschule. Begrünte Aufenthaltsbereiche, Möblierung sowie eine abgestufte Freiraumgestaltung mit Sitzstufen und Grünflächen schaffen hohe Aufenthaltsqualität. Die Haupteingänge von Bürgerhaus und Feuerwehr orientieren sich zum Platz und stärken dessen Rolle als gemeinschaftlicher Mittelpunkt. Die Architektur nimmt die Maßstäblichkeit und Typologie des gewachsenen Ortsbildes auf und interpretiert sie mit giebelständigen Baukörpern zeitgemäß. So entstehen eine starke Identität, klare Freiraumzonen und ein Ort des Ankommens, der Begegnung und der Identifikation.

Funktionales Konzept / räumliche Organisation und innere Abläufe
Die funktionale Organisation basiert auf Klarheit, Effizienz und einer konsequenten Trennung unterschiedlicher Nutzungen. Die Feuerwehr verfügt über kurze Wege und optimierte Abläufe zwischen Alarmierung, Umkleiden und Fahrzeughalle. Die räumliche Struktur folgt dem Prinzip der Schwarz-Weiß-Trennung und ermöglicht konfliktfreie Bewegungsabläufe. Alarmhof, Übungshof und Fahrzeugbewegungen sind logisch organisiert und klar voneinander abgegrenzt. Stabsraum sowie Funk- und Zentralenbereiche befinden sich an zentraler Position im Obergeschoss. Aufenthaltsräume, Büros und Schulungsflächen werden über einen Flur mit Blick in die Fahrzeughalle erschlossen und lassen aufgrund ihrer flexiblen Struktur unterschiedliche Anordnungen zu. Das Bürgerhaus ist als offener und vielseitig nutzbarer Baustein der Gemeinde konzipiert. Foyer, Saal und Gastronomie- bzw. Multifunktionsbereiche können sowohl gemeinsam als auch unabhängig voneinander genutzt werden. Über das helle, galerieartige Foyer gelangen Besucherinnen und Besucher in die unterschiedlichen Nutzungsbereiche, die sich zu einer teilüberdachten Terrasse mit Blick auf den Taunus öffnen. Bücherei, Jugendzentrum und Gewerbeflächen sind integriert, verfügen jedoch über eigene Zugänge. Vereinsräume befinden sich im Obergeschoss, ergänzt durch Technik- und mögliche Reserveflächen wie einen Yogaraum. Zusätzliche Technikflächen für das übergeordnete Energie- und Heizkonzept sind im Untergeschoss vorgesehen.

Konstruktion, Materialwahl und Fassade
Die Konstruktion folgt dem Prinzip der Angemessenheit und setzt auf robuste, wirtschaftliche und langlebige Lösungen. Die Neubauten sind als Massivkonstruktionen aus Ziegelmauerwerk, vorzugsweise aus Recyclingziegeln, geplant. Tragende und brandschutzrelevante Bauteile werden in Stahlbeton ausgeführt. Für die Dächer ist eine Holzkonstruktion mit Kupferblechdeckung und integrierten Photovoltaikelementen vorgesehen. Die ausdrucksstarken Ziegelfassaden verleihen dem Ensemble eine zurückhaltende und zugleich repräsentative Architektursprache. Klare Baukörper, präzise gesetzte Öffnungen und differenziert gestaltete Fassadentiefen sorgen für eine selbstverständliche Präsenz im Ortsbild. Im Inneren schaffen helle Räume, natürliche Materialien und ein abgestimmtes Farbkonzept eine hohe Aufenthaltsqualität sowie eine gute Orientierung für die Nutzerinnen und Nutzer.

Freiflächen
Der multifunktionale Vorplatz bildet das räumliche Zentrum des Ensembles und erschließt sowohl Feuerwehr als auch Bürgerhaus. Er dient als Veranstaltungs- und Festfläche und kann außerhalb von Veranstaltungen flexibel genutzt werden. Eine Sitzstufenanlage im Norden und Osten fasst den Platz räumlich und bietet gemeinsam mit partiellen Holzauflagen angenehme Aufenthaltsmöglichkeiten. Baumüberstandene Pflanzflächen mit integrierten Sitzgelegenheiten gliedern die großzügigen Freiräume und sorgen mit robusten Stauden- und Gräserpflanzungen über viele Monate hinweg für jahreszeitliche Akzente. Die Anordnung der Flächen berücksichtigt die Anforderungen größerer Veranstaltungen wie der Zirkus-Projektwoche der Limesschule. Die Funktionsbereiche der Feuerwehr sind sinnvoll organisiert und direkt vom Straßenraum erreichbar. Der südliche Parkplatz wird neu geordnet und weitgehend entsiegelt, um zusätzliche Baumpflanzungen zu ermöglichen. Rasengittersteine, Klimapflaster, Wiesenmulden und unterirdische Baumrigolen verbessern die Regenwasserbewirtschaftung und fördern die Vitalität der Vegetation. Entlang der Goethestraße entsteht ein baumbestandenes, blühendes Band, das den Parkplatz räumlich fasst, ökologisch aufwertet und den Übergang zur angrenzenden Umgebung gestaltet.


Kernbereich Ortenberg | Ortenberg (Hessen)

2. Preis | Neue Stadträume für Ortenberg

Ortenberg (Hessen)

In Zusammenarbeit mit Thomas Schüler Architekten und Stadtplaner

 

Die neue Ortsmitte

Die Wilhelm-Leuschner-Straße bildet seit jeher die Lebensader Ortenbergs. Diese zentrale Achse wird künftig weiter gestärkt und durch eine neue Gestaltung aufgewertet. Im Herzen des Ortes erhält Ortenberg entlang der Wilhelm-Leuschner-Straße ein neues Gesicht.
Ein neuer zentraler Platzraum entsteht als übersichtliche Drehscheibe, die wichtige Nutzungen und Stadtbereiche miteinander verbindet und zugleich eine neue Visitenkarte für den Ort darstellt. Dieser Platz bildet den Auftakt sowie das Eingangstor zur historischen Altstadt. Gleichzeitig werden der Marktplatz mit dem Bürgerhaus sowie das neue Rathaus städtebaulich und freiraumplanerisch integriert.
So entsteht an zentraler Stelle eine großzügige, nutzungsoffene Ortsmitte, die als identitätsstiftender Platzraum einen repräsentativen und kommunikativen Stadtraum schafft. Die Neubauten ergänzen das bestehende Gebäudeensemble und beleben den Platz durch ihre vielfältigen Nutzungen.

Das neue Rathaus und Rathausterrassen

Die neue Stadtverwaltung aus Alt- und Neubau bildet den zentralen Baustein des Gesamtkonzepts. Sämtliche Rathausfunktionen werden in einem gemeinsamen Komplex gebündelt. Die öffentlichen Freiräume zur Wilhelm-Leuschner-Straße sowie zum Herrngartengelände schaffen eine wichtige Verbindung zur Nidder.
Durch die Heranführung des Platzes an die Hangkante entsteht eine attraktive Aussichtssituation: Wie ein großes Landschaftsfenster öffnet sich der Blick auf die Nidder und die Hügel des Vogelsbergs – für alle Bürgerinnen und Bürger frei zugänglich. So entsteht ein markanter Ort mit hoher Identifikation und besonderer Einzigartigkeit.
Die vorhandene Steinmauer wird verlängert und bildet einen balkonartigen Terrassenbereich aus. Eine neue Freitreppe schafft eine direkte Verbindung zum renaturierten Nidderufer.
Als moderne Architektur setzt der Neubau ein spannungsvolles Gegenüber zum historischen Rathaus. Alt und Neu bilden gemeinsam ein prägnantes Gebäudepaar.

 

Das renaturierte Nidderufer

Das Hanggelände zum Herrngarten wird parkartig gestaltet und bildet einen landschaftlichen Trittstein, der sich in das Wegenetz des Ortes einfügt. Neue Verbindungen zum Nidderufer sowie zum Vulkanradweg entstehen.
Das Nidderufer wird renaturiert und über eine großzügige Sitzstufenanlage mit Steg zugänglich gemacht. Im Bereich der Sitzstufen und des Steges wird die Nidder aufgeweitet, sodass ein naturnaher Uferraum mit verbesserter Aufenthaltsqualität und erhöhter ökologischer Vielfalt entsteht. Dadurch wird die besondere landschaftliche Qualität betont und ein neuer Erholungsraum geschaffen.
Weitere Sitz- und Aufenthaltsflächen entlang des neuen Weges entlang der Nidder laden zum Verweilen ein und stärken die Aufenthaltsqualität dieses besonderen Freiraums.

 

Der Marktplatz

Der Marktplatz entwickelt sich künftig zu einem klar definierten, nutzungsoffenen Stadtraum, der vielfältige Aktivitäten aufnehmen kann. Hier finden gemeinschaftliche Feierlichkeiten, Märkte und Veranstaltungen ihren Platz.
Auf der Nordseite entsteht eine Zone mit Sitz- und Aufenthaltsflächen unter dem bestehenden, schattenspendenden Baumbestand. Der bestehende topografische Sprung wird dabei durch neu gestaltete Sitzstufen aufgegriffen und als terrassierter Aufenthaltsbereich erlebbar gemacht. Große Holzliegen setzen besondere Akzente und schaffen attraktive Orte zum Verweilen, Ausruhen und Begegnen mit hoher Aufenthaltsqualität.
Auf der Südseite werden Besucherstellplätze geschaffen, die bei Bedarf für Marktveranstaltungen freigehalten werden können oder für Besucherinnen und Besuchern des Bürgerhauses zur Verfügung stehen.

Wohnen in der Dorfmitte

Auf den derzeit noch bebauten Grundstücken entlang der Philipp-Glenz-Straße können schrittweise neue Gebäude entstehen. Diese fügen sich in Kubatur und Dachform harmonisch in das bestehende Ortsbild ein.
Geplant sind gemischt genutzte Gebäude mit Wohnnutzungen sowie gewerblichen Einheiten im Erdgeschoss. Sie bilden künftig den Zugang zur Altstadt und verleihen der Wilhelm-Leuschner-Straße ein modernes Gesicht. In den rückwärtigen Bereichen entlang der Philipp-Glenz-Straße entstehen ergänzend Hofhäuser, die vorwiegend für Wohnnutzungen vorgesehen sind und ein ruhiges, innenliegendes Wohnumfeld schaffen. Grüne Hofgärten ergänzen diese Wohnbereiche und schaffen hochwertige, geschützte Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität.

 

Verkehr

Auf dem Marktplatz entsteht eine neue Mobilitätsstation, die alle Funktionen der „sanften Mobilität“ bündelt. Dazu gehören Carsharing-Stellplätze, Leihfahrräder sowie Ladestationen für Elektromobilität. Gleichzeitig wird hier die Bushaltestelle „Ortenberg Mitte / Rathaus“ integriert.
Das Parkierungskonzept sieht insgesamt eine ausgewogene Verteilung der Stellplätze im Ortskern vor: 60 Stellplätze werden im Bereich des Marktplatzes angeordnet, 40 Stellplätze entstehen in der Tiefgarage des neuen Rathauses und weitere 50 Stellplätze im Bereich des Herrngartens. Dadurch werden die Parkierungsangebote dezentral organisiert und sinnvoll in die jeweiligen Nutzungsbereiche eingebunden.
Die Philipp-Glenz-Straße wird verkehrsberuhigt ausgebildet und ist künftig ausschließlich für Anwohner- und Lieferverkehr befahrbar. Dadurch wird der Durchgangsverkehr reduziert und die Aufenthaltsqualität im Quartier deutlich gestärkt.

 

Materialität

Die Materialität der neuen Ortsmitte knüpft bewusst an die historische Identität Ortenbergs an. Der zentrale Platz erhält ein hochwertiges, richtungsloses Natursteinpflaster, welches dem neuen Stadtraum eine dauerhafte, robuste und zugleich repräsentative Erscheinung verleiht. Durch die Verwendung langlebiger, wartungsarmer und ressourcenschonender Materialien wird zugleich ein nachhaltiger Beitrag zu einer zukunftsfähigen und wertbeständigen Ortsentwicklung geleistet.
Der charakteristische Belag der Altstadt wird gestalterisch aufgenommen und auf den neuen zentralen Platz weitergeführt. Dadurch entsteht eine selbstverständliche Verbindung zwischen historischem Ortskern und neuer Ortsmitte. Altstadt und neuer Platzraum wachsen zu einem zusammenhängenden Stadtraum mit hoher Wiedererkennbarkeit und besonderer Aufenthaltsqualität zusammen. An den Rändern der Grüninseln im neuen Stadtraum kommt versickerungsfähiges Pflaster mit offenen Rasenfugen zum Einsatz. Diese befestigten Flächen ermöglichen eine natürliche Versickerung des Regenwassers direkt vor Ort. Gleichzeitig schaffen die begrünten Fugen einen weichen Übergang zwischen Platzfläche und Vegetationsbereichen und unterstreichen den landschaftlichen Charakter des Stadtraums.
Der Marktplatz erhält eine robuste Asphaltdeckschicht, die eine langlebige, belastbare und pflegeleichte Oberfläche schafft. Dadurch eignet sich der Marktplatz besonders für wechselnde Nutzungen wie Wochenmärkte, Feste, mobile Bühnen, temporäre Aufbauten oder Befahrungen durch Liefer- und Einsatzfahrzeuge. Gleichzeitig entsteht eine ebene und barrierearme Fläche mit hoher Alltagstauglichkeit, die auch Raum für informelle Spiel- und Bewegungsangebote wie Fahrradfahren, Skaten oder weitere spontane Aktivitäten bietet. Der Parkplatzbereich wird mit versickerungsfähigem Pflaster ausgeführt, sodass Regenwasser direkt vor Ort in den Boden gelangen kann. Im Bereich der neuen Baumreihe entsteht zudem ein für den Marktplatz wichtiger Retentionsraum, der Niederschlagswasser temporär aufnimmt, zwischenspeichert und verzögert ableitet.
Der Herrngarten erhält einen belastbaren Schotterrasenbelag, der den funktionalen Anforderungen für Marktveranstaltungen, Feste und temporäre Nutzungen gerecht wird. Die Fläche bleibt befahrbar und widerstandsfähig, wirkt zugleich jedoch als begrünter Freiraum mit parkähnlichem Charakter. Schotterrasen verbindet Nutzbarkeit mit ökologischem Mehrwert: Die begrünte Oberfläche verbessert das Mikroklima, reduziert die Aufheizung gegenüber versiegelten Flächen und ermöglicht die natürliche Versickerung von Regenwasser. Gleichzeitig bleibt der Boden wasserdurchlässig und unterstützt die Grundwasserneubildung. Auch bei zeitweiser Überflutung erweist sich Schotterrasen als besonders robust. Überschüssiges Wasser kann aufgenommen, zwischengespeichert und verzögert abgeführt werden. Nach Rückgang des Wassers bleibt die Fläche schnell wieder nutzbar und dauerhaft funktionsfähig.

 

Regenwasser / Retention

Durch ein nachhaltiges Regenwassermanagement werden Oberflächenwasser gezielt gesammelt, zurückgehalten und zeitversetzt versickert bzw. gedrosselt in das System eingeleitet. Begrünte Flächen, offene Mulden und wasserdurchlässige Beläge tragen dabei zur Entlastung der Kanalisation bei und fördern die natürliche Wasserbilanz im Ortskern.
Gleichzeitig wird durch den hohen Anteil an entsiegelten und begrünten Flächen die Bildung von Hitzeinseln deutlich reduziert, da Verdunstung und Verschattung das lokale Mikroklima verbessern. Das Regenwasser wird in den Freiräumen zwischengespeichert, verzögert abgegeben und teilweise vor Ort versickert. Dadurch wird nicht nur die Überflutungsgefahr bei Starkregenereignissen reduziert, sondern auch eine kontrollierte und naturnahe Einbindung in den Wasserkreislauf sichergestellt.
Das Konzept entwickelt eine zukunftsfähige Ortsmitte für Ortenberg, die historische Strukturen mit neuen städtebaulichen Qualitäten verbindet. Durch die Neuordnung des Zentrums, die Aufwertung der Freiräume an der Nidder sowie die Stärkung des Marktplatzes entsteht ein vielseitig nutzbarer, identitätsstiftender Stadtraum.

Das Zusammenspiel von Wohnen, öffentlichen Nutzungen, Verkehr und Freiraum schafft eine neue Mitte mit hoher Aufenthaltsqualität, klarer Adressbildung und nachhaltiger Ausrichtung – als lebendiger Treffpunkt für die gesamte Stadtgemeinschaft.


Neubau eines Wohnhauses mit Mehrfachnutzung | Filderstadt-Bernhausen

2. Preis | Neubau eines Wohnhauses mit Mehrfachnutzung

Filderstadt-Bernhausen

In Zusammenarbeit mit ATELIER30 Architekten GmbH

 

Städtebau und Innere Organisation
Der Neubau positioniert sich als selbstbewusster städtebaulicher Baustein an der Ecke Bernhäuser Hauptstraße und Volmarstraße auf der Fläche des ehemaligen Parkplatzes. Er bildet den Auftakt und zugleich den räumlichen Abschluss der Fußgängerzone der Bernhäuser Hauptstraße und stärkt damit die städtebauliche Präsenz dieses wichtigen innerörtlichen Bereichs.
Der differenziert ausformulierte, L-förmige Baukörper reagiert sensibel auf den vorhandenen Kontext. Er nimmt sowohl die Höhenentwicklung als auch die Baufluchten der angrenzenden Bebauung auf und übersetzt den kleinteiligen, körnigen Bestand der Umgebung in eine zeitgemäße architektonische Struktur.
Der Ideenteil ergänzt das Ensemble selbstverständlich und schließt dieses mit seiner Querausrichtung zur Volmarstraße städtebaulich ab. Der markante viergeschossige Baukörper im Realisierungsteil bildet durch einen gezielten Rücksprung einen einladenden Vorplatz aus und markiert damit klar die öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss.
Über ein großzügig dimensioniertes Foyer werden sowohl der Veranstaltungsbereich als auch das Restaurant erschlossen. Beide Nutzungen orientieren sich bewusst zur Bernhäuser Hauptstraße und tragen damit zur Belebung des öffentlichen Raumes bei. Zusätzlich erhalten sowohl der Veranstaltungsbereich als auch das Restaurant einen eigenen Zugang vom Vorplatz. Dadurch können beide Nutzungen unabhängig voneinander betrieben werden, während gleichzeitig Synergien zwischen den Bereichen ermöglicht werden. Der Veranstaltungsbereich wird darüber hinaus durch eine Terrasse zum ruhigen gelegenen Innenhof ergänzt.
Im Foyerbereich befindet sich zudem das zentrale Treppenhaus, über das die Wohnungen in den Obergeschossen erschlossen werden. Das Treppenhaus ist sowohl von der Bernhäuser Hauptstraße als auch vom grün geprägten Innenhof aus zugänglich. Für die zukünftigen Bewohner entsteht dadurch ein direkter und unkomplizierter Zugang zum gemeinschaftlichen Freiraum. Der Innenhof fungiert als kommunikative Mitte des Quartiers und bietet Raum für Aufenthalt, Begegnung und nachbarschaftlichen Austausch.
Im Erdgeschoss befinden sich darüber hinaus sämtliche Nebenräume der Gastronomieküche sowie die zentralen WC-Anlagen. Ein Durchgang von der Volmarstraße verbindet den Innenhof auf kurzem Weg mit dem öffentlichen Straßenraum und stärkt damit die Durchlässigkeit des Quartiers.
Im längs angeordneten Bauteil sind zusätzliche Gewerbeflächen vorgesehen, die aufgrund ihrer flexiblen Struktur bei Bedarf problemlos teilbar sind. Ergänzt wird das Erdgeschoss durch einen Elektrofahrradraum, getrennte Müllräume sowie den Hausanschlussraum.
Die darüber liegenden Geschosse basieren auf einer klar strukturierten Grundrissorganisation mit einem Achsraster von etwa 3,00 m. Diese Struktur ermöglicht eine hohe Flexibilität bei der Ausbildung unterschiedlicher Wohnungstypologien. In jedem Geschoss können sowohl Zwei-, Drei- als auch Vierzimmerwohnungen realisiert werden. Rund 50 % der Wohnungen sind barrierefrei geplant, während die übrigen Wohnungen barrierearm ausgebildet werden. Alle Wohnungen verfügen zusätzlich über eine Loggia, die als geschützter privater Außenraum fungiert und die Wohnqualität deutlich erhöht.
Die Zufahrt zur Tiefgarage befindet sich im gewünschten Bereich im Nordosten des Grundstücks. In der Tiefgarage stehen insgesamt 24 Kfz-Stellplätze sowie ergänzende Kellerflächen für die Bewohner zur Verfügung. Die Staffelgeschosse reagieren im dritten Obergeschoss sensibel auf die Höhenentwicklung der Nachbarbebauung und stellen so einen harmonischen Übergang zum städtebaulichen Kontext her. Der Ideenteil reiht sich in seiner strukturellen Logik analog zum Realisierungsteil ein und gewährleistet damit eine klare architektonische Gesamtfigur.

Architektursprache, Fassadengestaltung, Konstruktion

Der Neubau formuliert einen Stadtbaustein, der das Ende der Fußgängerzone markiert und zugleich als Gelenk zur Volmarstraße fungiert. Die Erdgeschosszone ist offen und einladend, die Architektur ist durch die Materialität der Fassade, Transparenz und die Verzahnung mit dem Standort geprägt. Das Planungskonzept basiert auf den Grundsätzen des nachhaltigen Bauens.
Die Konstruktion ist in Hybridbauweise geplant. Das Untergeschoss, die Treppenhauskerne und die brandschutzrelevanten Bauteile sind als Beton-Massivkonstruktion vorgesehen. Die Gebäudeaussteifung erfolgt über die Erschließungskerne.
Das Erdgeschoss setzt sich als Gebäudesockel von der Kubatur ab und ist mit einer robusten Oberfläche aus vorgefertigten Betonelementen verkleidet. Die Fassadenelemente der Obergeschosse sind hochgedämmt und mit einer hinterlüfteten Holzschalung bekleidet. Alle Glasflächen erhalten einen außenliegenden Sonnenschutz.

Ökologisch-energetisches Konzept, Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit

Analog zum Gebäudekonstruktionskonzept, bei dem mit der Holzhybridbauweise die Materialien dort eingesetzt werden, wo es sinnvoll/wirtschaftlich ist und sowohl die Vorteile des Massivbaus als auch die des Holzbaus genutzt und miteinander kombiniert werden, soll auch das Haustechnikkonzept darauf ausgerichtet sein, bei minimiertem Einsatz technischer Systeme eine hohe Gesamteffizienz zu erreichen (Low-Tech vor High-Tech).

Konzeptionelle Grundsätze für Nachhaltigkeit und den wirtschaftlichen Gebäudebetrieb:

  • Hybrid-Konstruktion mit hohem Vorfertigungsgrad
  • Verwendung recyclingfähiger und natürlicher Baustoffe
  • sehr gut gedämmte Gebäudehülle
  • robuste und nachhaltige Fassadenoberflächen
  • gute und gleichmäßige Tagesbelichtung
  • optimierter sommerlicher Wärmeschutz durch Außenjalousien
  • Heizen und Kühlen (passive Kühlung) mittels Wärmepumpentechnik (keine fossilen Brennstoffe)
  • Einsatz von Photovoltaik und ggf. Solarthermie
  • Einsatz effizienter Anlagenkomponenten mit Wärmerückgewinnung
  • Begrünung der Dachflächen unter den Aspekten der Biodiversität und Unterstützung des Mikroklimas

Die Herstellung des Gebäudes mit einem hohen Vorfertigungsgrad lässt eine wirtschaftliche Errichtung des Bauwerks erwarten. Auf der Basis – Verwendung kreislauffähiger Materialien und Baustoffe, Energieeffizienz und Low-Tech – kann ein nahezu klimaneutrales Gebäude realisiert werden, welches einen vorbildlichen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Freiraum

Der Vorplatz bildet die räumliche Adresse des Gebäudes und markiert den Eingangsbereich der öffentlichen Nutzungen. Gleichzeitig kann er vom Restaurant für eine Außenbestuhlung genutzt werden und trägt damit aktiv zur Belebung der Bernhäuser Hauptstraße bei. Der Platz kann als räumliche Erweiterung der gegenüber liegenden Fußgängerzone verstanden werden und stärkt die Verzahnung der öffentlichen Freiräume.
Der Innenhof wird als grüner, gemeinschaftlich nutzbarer Freiraum gestaltet. Unterschiedliche grüne Inseln schaffen Aufenthaltsqualitäten und bieten vielfältige Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Bewohner. Durch gezielte Pflanzungen von Bäumen sowie heimischen Sträuchern entstehen schattenspendende Bereiche, die insbesondere in den Sommermonaten zu einer hohen Aufenthaltsqualität beitragen. Ein gemeinschaftliches Grilldeck ergänzt das Freiraumangebot und ermöglicht vielfältige Nutzungen für die zukünftigen Bewohner. Der Ideenteil schließt sich gestalterisch mit derselben freiraumplanerischen Sprache an und bildet so ein zusammenhängendes Freiraumgefüge. Großzügig dimensionierte Rasenflächen bieten zusätzlich Raum für Spiel, Bewegung und informelle Begegnungen und unterstützen die Ausbildung eines lebendigen, gemeinschaftlichen Wohnumfelds.


BOMA+ | Braunschweig

2. Preis | BOMA+

Braunschweig

In Zusammenarbeit mit STAUTH Architekten Partnerschaftsgesellschaft mbB

 

Ausgangslage und Leitidee

Das Wettbewerbsgebiet bildet einen zentralen Übergangsraum zwischen Bohlweg, Schlosscarée, Schloss-Arkaden und dem historischen Magniviertel. Heute ist dieser Stadtraum von überdimensionierten Verkehrsflächen, hohen Versiegelungsgraden und mangelnden Blick- und Wegebeziehungen geprägt. Insbesondere die abschottende Architektur des Horten-/Galeria-Bestands sowie die bestehende Gestaltung der Haltestelle „Schloss“ verhindern eine selbstverständliche Verknüpfung mit dem angrenzenden Magniviertel.
Der Entwurf verfolgt daher das Ziel, diesen wichtigen Innenstadtbereich räumlich, funktional und atmosphärisch neu zu ordnen. Unter der Leitidee „Öffnen, Verbinden, Begrünen“ wird der bisher zergliederte Verkehrsraum in ein zusammenhängendes urbanes Platz- und Freiraumgefüge transformiert. Der motorisierte Individualverkehr wird deutlich reduziert und im Shared-Space-Prinzip mit je einer Fahrspur pro Richtung auf die Westseite des Bohlwegs verlagert; der Bereich am Ritterbrunnen wird vom Durchgangsverkehr befreit. Neue Wegeverbindungen, niveaugleich durchgepflasterte Straßenräume und helle, akzentuierende Pflasterbänder in Ost-West-Richtung stärken die visuelle und funktionale Verbindung zwischen Innenstadt, Schlossplatz und Magniviertel. Pocket-Parks im Norden und Süden, begrünte Aufenthaltsbereiche sowie Außengastronomie im Grünen erhöhen die Aufenthaltsqualität und machen das Magniviertel wieder sichtbar und erlebbar.
Mit der Wiederherstellung des historischen Ackerhofportals und der Schaffung einer attraktiven fußläufigen Verbindung zwischen Magniviertel und Schloss-Arkaden wird die historische Wegebeziehung gestärkt und der Stadtraum neu verknüpft. Der Wiederaufbau soll dabei durch den Verkauf der Horten-Kacheln an die Bürger finanziert und als gemeinschaftlich getragenes Projekt in der Stadtgesellschaft verankert werden.

Städtebau und Hochbau

Der Entwurf sieht drei eigenständige, maßstäblich differenzierte Baukörper vor, die historische Wegebeziehungen aufnehmen und eine neue Mitte zwischen Innenstadt und Magniviertel schaffen. Die Baukörper staffeln sich innerhalb des städtischen Kontextes in ihrer Höhe von bis zu sieben Geschossen an der Nordwestecke zum Schlossplatz hin über das Magniviertel auf fünf Geschosse ab und fassen zwei kleine neue Stadtplätze, die als vermittelnde Übergangsräume in das Quartier wirken.
Die Erdgeschosszonen werden mit zwei großen publikumsorientierten sowie weiteren kleinteiligen Nutzungen belebt. Vorgesehen sind Einzelhandel, kleine Gastronomieangebote, soziale und kulturelle Einrichtungen, Dienstleistungen sowie quartiersbezogene Angebote, die einen lebendigen und maßstäblichen Übergang zur kleinteiligen Struktur des Magniviertels herstellen. Als frequenzstarke Anziehungspunkte fungieren im Norden der „LöwenDome“ als Trendsportcenter über Erdgeschoss und erstes Obergeschoss – gekoppelt an die Idee, Dennis Schröder als Leitfigur einzubinden – sowie im südwestlichen Baukörper der Eingang zu einem IKEA City mit ergänzender Markthallennutzung im ersten Untergeschoss.
In den Obergeschossen entsteht eine differenzierte Nutzungsmischung aus Büro, Hotel, Wohnen, Mikro- bzw. Business-Apartments und betreutem Wohnen. Lärmintensivere Fassadenlagen am Damm und an der Georg-Eckert-Straße werden überwiegend gewerblich genutzt, während an den ruhigeren Gebäudeseiten Wohnnutzungen angeordnet sind. Der kleinste Baukörper vermittelt zum Magniviertel und nimmt familiengerechte Wohnungen auf. Ein Restaurant im sechsten Obergeschoss mit intensiv begrüntem Dachgarten und Stadtbalkon bildet einen besonderen städtischen Anziehungspunkt mit Ausblick über Schlossplatz und Innenstadt.

Erschließung und Mobilität

Bewährte Teile der Bestandserschließung werden erhalten und in das neue Quartier integriert. Dazu zählen insbesondere die Anbindung an die Magni-Tiefgarage im Untergeschoss sowie der bestehende Fußgängertunnel vom Damm, der gestalterisch modernisiert und funktional aufgewertet wird. Die IKEA-Markthallennutzung im ersten Untergeschoss wird sowohl über das Erdgeschoss als auch über den ehemaligen Horten-Tunnel erschlossen und so optimal mit Innenstadt, ÖPNV und bestehender Tiefgaragenstruktur verknüpft.
Im zweiten Untergeschoss werden rund 140 PKW-Stellplätze für Bewohner, Hotel, Büro und Gewerbe untergebracht. Ergänzend entsteht im Norden ein zentraler Fahrradraum mit rund 230 Stellplätzen in Doppelparksystemen, erschlossen über einen Aufzug an der Georg-Eckert-Straße und komfortabel aus allen Gebäuden über das zweite Untergeschoss erreichbar. Weitere rund 150 öffentliche Fahrradstellplätze werden im Außenraum angeboten. Eine neue, von außen zugängliche Aufzugs- und Treppenanlage ermöglicht zudem eine barrierefreie Nutzung der Magni-Tiefgarage rund um die Uhr.

Haltestelle und öffentlicher Raum

Die Straßenbahnhaltestelle „Schloss“ wird transparent und filigran neugestaltet. Eine gezielte Unterbrechung der Überdachung in der Sichtachse zwischen Damm und Magniviertel stärkt die visuelle Durchlässigkeit und betont die neue Wegeverbindung. Durch den Rückbau der östlichen Fahrspuren wird der östliche Haltestellenbereich künftig direkt und sicher an das Quartier angebunden, ohne zusätzliche Querung von Fahrbahnen.

Bauabschnitte – Städtebau und Freiraum

Die Realisierung des neuen Quartiers erfolgt in drei aufeinander abgestimmten Bauphasen, die Schritt für Schritt Stadtstruktur und Freiraum neu ordnen und erlebbar machen. So wächst das Projekt in klar lesbaren Etappen zu einem neuen urbanen Mittelpunkt heran und kann rechtzeitig zum 1.000-jährigen Stadtjubiläum von Braunschweig im Jahr 2031 vollendet werden.

Im ersten Bauabschnitt bis 2028 wird die neue städtebauliche Raumkante zum Schlossplatz durch die Errichtung des nördlichen Baukörpers ausgebildet. Parallel entsteht der eingeschossige Innenhof des südwestlichen Baukörpers. Durch die Wiederverwendung der prägenden Horten-Kacheln erhält das Interimsbauwerk eine identitätsstiftende temporäre Gestaltung und ermöglicht bereits frühzeitig eine attraktive Erschließung der Nutzungen im ersten Untergeschoss. Zur visuellen Wiederaufnahme historischer Wegebeziehungen werden die Grundflächen der späteren Baukörper als begrünte Streuwiesen angelegt und machen die zukünftige Quartiersstruktur bereits im Stadtraum ablesbar. Zeitgleich erfolgt der Umbau der Haltestelle „Schloss“. Die Verkehrsflächen werden niveaugleich durchgepflastert, wodurch ein zusammenhängender Stadtraum entsteht. Während der Übergangszeit bleibt der Verkehr auf der Ostseite der Haltestelle – bei reduzierter Fahrspur – weiterhin in Nordrichtung möglich, jedoch bereits verkehrsberuhigt.

Im zweiten Bauabschnitt bis 2030 werden die wesentlichen städtebaulichen und freiraumplanerischen Qualitäten umgesetzt. Die Straße am Ritterbrunnen wird zugunsten eines schattigen, begrünten Fußgängerbereichs zurückgebaut. Nebelfelder erhöhen die Aufenthaltsqualität in den Sommermonaten. Im Norden entsteht ein autofreier Stadtpark mit hoher Aufenthaltsqualität, während im Süden ein begrünter Pocket-Park das Freiraumangebot ergänzt. Entlang des Bohlwegs bildet eine grüne Pufferzone einen angenehmen Übergang zwischen Außengastronomie und Verkehrsraum.

Im dritten Bauabschnitt bis 2031 wird die Gesamtmaßnahme fertiggestellt. Der dritte Baukörper ergänzt das Quartier und vollendet die räumliche Fassung der neuen Stadtplätze. Gleichzeitig werden Teile der Georg-Eckert-Straße zu Radwegen umgebaut und begrünt, während der motorisierte Individualverkehr weiter reduziert wird.

Zukunftsvision ab 2035+

Mit Blick auf das Jahr 2035 wird die Transformation des Bohlwegs zu einem weitgehend autofreien Stadtraum angestrebt. Der Straßenraum wandelt sich von einer verkehrsdominierten Infrastruktur zu einem urbanen Aufenthalts- und Bewegungsraum mit klarer Priorisierung nachhaltiger Mobilitätsformen. Künftig ist die Nutzung im Wesentlichen dem öffentlichen Personennahverkehr sowie dem Radverkehr vorbehalten.

Dachgarten und Stadtbalkon

Angrenzend an das Restaurant entsteht eine intensiv begrünte Dachlandschaft als hochwertiger urbaner Freiraum. Sitzbereiche, Außenbar, Bäume und Aussichtspunkte schaffen vielfältige Aufenthaltsqualitäten mit Blick über die Stadt. Ergänzt wird dieses Angebot durch einen Stadtbalkon, der einen besonderen Ort für Aufenthalt und Beobachtung des städtischen Geschehens bildet.

Belichtung, Flexibilität und Nutzung

Trotz vergleichbarer Bruttogrundfläche zur Bestandsimmobilie verdreifacht der Neubau die belichtete Fassadenfläche. Dadurch entstehen helle, flexible Raumstrukturen mit hoher Aufenthalts- und Arbeitsqualität. Die Nutzungsmischung des Quartiers ist bewusst heterogen angelegt, um langfristig auf unterschiedliche Anforderungen reagieren zu können. Große Publikumsmagneten wie der „LöwenDome“ und IKEA City werden durch kleinteilige Angebote ergänzt, die einen lebendigen Übergang zum Magniviertel schaffen. Wohnangebote für unterschiedliche Nutzergruppen – darunter Familien, Senioren und mobile Berufsgruppen – runden das Konzept ab und interpretieren das urbane Wohnen im Sinne eines lebendigen, durchmischten Quartiers des 21. Jahrhunderts neu.