05 | 2026 PROJEKT

Anne-Frank-Gesamtschule | Düren

Fertigstellung

Mit der Fertigstellung der Freianlagen entstand ein Schulcampus, der Begegnung, Bewegung und Lernen im Freien auf selbstverständliche Weise miteinander verbindet. Erhaltenswerte Bestandsbäume wurden integriert und durch neue Pflanzungen ergänzt. Im Süden prägen grüne, kleinteilige Aufenthaltsbereiche das Bild, die bewusst einen Kontrast zum offenen, sanierten Bestandsschulhof bilden.

Vor dem Gebäude schaffen befestigte Wege und platzartige Erweiterungen vielseitig nutzbare „Höfe“ für Unterricht im Freien, Aufführungen und schulische Veranstaltungen. Der nördliche Schulhof wurde umfassend erneuert und durch ein grafisches Streifenmotiv zusammen mit den Neubauflächen gestalterisch verbunden. So entsteht ein identitätsstiftender Freiraum, der Orientierung bietet und zugleich informelles Spiel fördert.

Eine neue, großzügige Spielfläche ergänzt das bestehende Angebot und schafft weitere attraktive Bewegungsräume für die Schüler*innen.

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07 | 2026 WETTBEWERB

Gemeinschaftsschule Pankstraße | Berlin

1. Preis in Zusammenarbeit mit Atelier30 Architekten

Der Neubau der Gemeinschaftsschule Pankstraße versteht sich als offener, klar gegliederter Bildungsort im Stadtraum von Berlin-Gesundbrunnen. Entlang der Straßenkanten formuliert er eine präzise städtebauliche Figur mit adressbildendem Vorplatz und einem begrünten Sockel als Übergang zwischen Stadt und Schule. Im Inneren organisiert ein zentrales, transparentes Herz aus Pausenhalle, Mensa und Gemeinschaftsbereichen das schulische Leben, während klar strukturierte Compartments flexible Lernwelten schaffen. Besonderer Fokus liegt auf den Freianlagen: Eine vielseitige, grüne Lern- und Bewegungslandschaft mit Bäumen, Wiesen, Spiel- und Sportangeboten, Rückzugsorten und Terrassen verbindet Architektur und Natur. Regenwassermanagement, Biodiversität und klimaangepasste Gestaltung machen den Außenraum zu einem nachhaltigen, identitätsstiftenden Bestandteil des Gesamtkonzepts.

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07 | 2026 WETTBEWERB

Neubau Feuerwehr und Bürgerhaus | Wehrheim

Anerkennung in Zusammenarbeit mit Atelier30 Architekten

Wie schafft man einen Ort, der im Alltag funktioniert und gleichzeitig Raum für Gemeinschaft, Veranstaltungen und Identität bietet?
Unsere Antwort war, Feuerwehr, Bürgerhaus und Festplatz nicht als Einzelbausteine zu planen, sondern als zusammenhängendes Ensemble. Zwei prägnante Baukörper und die Einbindung des historischen Bestands fassen einen neuen zentralen Platz und schaffen eine klare Adresse für Wehrheim.
Der multifunktionale Freiraum wird zum Treffpunkt des Ortes: Als Festplatz, Aufenthaltsraum mit Bäumen und Sitzstufen sowie als flexibel nutzbare Fläche für Veranstaltungen. Bürgerhaus und Feuerwehr orientieren sich bewusst zu diesem gemeinsamen Mittelpunkt und stärken so Begegnung und Zusammenhalt.
Robuste Materialien, eine zeitgemäße Interpretation der regionalen Baukultur und ein ressourcenschonender Low-Tech-Ansatz verbinden Langlebigkeit, Funktionalität und Atmosphäre.

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06 | 2026 WETTBEWERB

Neue Stadträume für Ortenberg | Ortenberg (Hessen)

2. Preis in Zusammenarbeit mit Thomas Schüler Architekten und Stadtplaner

Im Zentrum des Entwurfs steht eine klare städtebauliche Entscheidung: Statt einzelner Maßnahmen entwickeln wir einen zusammenhängenden, neuen Platzraum als verbindendes Element. Dieser zentrale Ort funktioniert als Dreh- und Angelpunkt, der die Wilhelm-Leuschner-Straße, das Rathaus, den Marktplatz und die historische Altstadt räumlich und funktional miteinander verknüpft.
Besonders prägend ist die Öffnung des Platzes zur Landschaft. Durch die Führung bis an die Hangkante entsteht ein öffentlich zugänglicher Ort mit Ausblick auf die Nidder und die Umgebung – eine Art „Landschaftsfenster“, das den Ort neu erlebbar macht und Identität stiftet. Gleichzeitig werden bestehende Strukturen integriert und gestärkt, anstatt ersetzt.
So entsteht eine neue Mitte, die nicht nur organisiert, sondern Aufenthaltsqualität schafft: ein flexibler Raum für Alltag und Ereignis, der Verwaltung, Wohnen, Mobilität und Freiraum selbstverständlich zusammenführt und als gemeinsamer Treffpunkt für die Stadtgesellschaft funktioniert.

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06 | 2026 WETTBEWERB

Neubau eines Wohnhauses mit Mehrfachnutzung | Filderstadt-Bernhausen

2. Preis in Zusammenarbeit mit ATELIER30 Architekten GmbH

Der Neubau setzt als markanter Stadtbaustein am Übergang von Bernhäuser Hauptstraße und Volmarstraße einen neuen Auftakt der Fußgängerzone und verbindet öffentlichen Raum, Wohnen und Gewerbe zu einem lebendigen Ensemble. Ein einladender Vorplatz stärkt die Adresse und belebt das Quartier mit Gastronomie und Veranstaltungen, während ein klar strukturiertes Gebäude mit flexiblen Wohnformen und nachhaltiger Holzhybridbauweise zukunftsfähige Nutzungen ermöglicht. Im Mittelpunkt steht der Freiraum: Der begrünte Innenhof als gemeinschaftliche Mitte bietet Raum für Begegnung, Spiel und Rückzug. Baumpflanzungen, grüne Inseln und schattige Aufenthaltsbereiche schaffen ein angenehmes Mikroklima, ergänzt durch Rasenflächen und ein gemeinschaftliches Grilldeck. So entsteht ein qualitätsvoller, durchlässiger Lebensraum, der Nachbarschaft und Stadt miteinander verbindet.

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06 | 2026 WETTBEWERB

BOMA+ | Braunschweig

2. Preis in Zusammenarbeit mit STAUTH Architekten Partnerschaftsgesellschaft mbB

Mit dem Leitgedanken „Öffnen, Verbinden, Begrünen“ transformiert der Entwurf für das BOMA+-Areal in Braunschweig einen zergliederten Verkehrsraum in ein zusammenhängendes, lebendiges Stadtquartier. Drei maßstäblich abgestufte Baukörper schaffen eine neue Mitte zwischen Innenstadt und Magniviertel und aktivieren das Umfeld mit vielfältigen Nutzungen. Im Fokus steht der Freiraum: Entsiegelte Flächen, grüne Pocket-Parks, schattige Aufenthaltsbereiche und ein autofreier Stadtpark erhöhen die Aufenthaltsqualität spürbar. Neue Wegeverbindungen, niveaugleiche Platzflächen und begrünte Pufferzonen verknüpfen die Stadträume neu. Ergänzt wird dies durch einen intensiv begrünten Dachgarten und attraktive Aufenthaltsorte wie Stadtbalkon und Außengastronomie. So entsteht ein vielfältiger, klimaangepasster Stadtraum, der Bewegung, Begegnung und urbanes Leben neu definiert.

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Gemeinschaftsschule Pankstraße | Berlin

1. Preis | Gemeinschaftsschule Pankstraße

Berlin

In Zusammenarbeit mit Atelier30 Architekten

 

Städtebauliches und architektonisches Konzept

Der Neubau der Gemeinschaftsschule Pankstraße versteht sich als präzise gesetzter Bildungsbaustein im Stadtraum von Berlin-Gesundbrunnen, robust im Ausdruck, maßstäblich gegliedert und offen in seiner räumlichen Organisation. Dabei formuliert der Neubau entlang der Pankstraße und der Schönstedtstraße eine klare stadträumliche Kante. Ein begrüntes Sockelgeschoss als grüner Filter zum Stadtraum verankert das Gebäude im öffentlichen Raum und interpretiert die straßenbegleitende Bebauung als ruhige, zusammenhängende Basis. An der Eckadresse tritt das darüberliegende Volumen zurück und erzeugt gemeinsam mit einer pergolaartigen Struktur im Sockel einen adressbildenden Auftakt. Der so entstehende Vorplatz vermittelt zwischen Stadt und Schule und stärkt die Wahrnehmbarkeit des Haupteingangs im urbanen Kontext. Der Zugang führt unmittelbar in das kommunikative Zentrum der Anlage. Pausenhalle, Mehrzweckraum, Mensa und gemeinschaftliche Nutzungen bilden ein offenes, transparentes Herz, das Innen- und Außenräume miteinander vernetzt und als sozialer Ankerpunkt der Schulgemeinschaft fungiert. Von hier aus entwickeln sich klare Wegebeziehungen zu den Freiflächen sowie zur Sporthalle. Auf dem landschaftlich formulierten Sockel sind differenziert gesetzte Baukörper aus Backstein angeordnet. Ihre Maßstäblichkeit leitet sich aus der Organisation der schulischen Compartments ab. Die volumetrische Gliederung übersetzt das große Bauvolumen in eine feinere Körnung und schafft einen rhythmisierten Fassadenverlauf, der sich sensibel in den heterogenen Stadtraum von Gesundbrunnen einfügt. Gleichzeitig wird die innere Struktur nach außen ablesbar und stärkt die Identität der einzelnen Lernbereiche. In Richtung der Pausenflächen staffelt sich die Baumasse terrassierend. Das begehbare Mensadach erweitert den Außenraum zu einer zusätzlichen Aufenthalts- und Lernlandschaft und unterstützt die räumliche Verzahnung und den Dialog von Architektur und Freiraum. Sporthalle, Spielbereiche und grüne Freiflächen werden zu einer zusammenhängenden Schullandschaft verbunden, die unterschiedliche Atmosphären und Nutzungsschwerpunkte anbietet. Die klare Setzung der Baukörper ermöglicht effiziente innere Abläufe und kurze Wege. Gleichzeitig entstehen vielfältige Blickbeziehungen und Übergänge zwischen Innen und Außen, die Orientierung und soziale Interaktion fördern. Die Schule wird damit nicht als monolithisches Gebäude verstanden, sondern als differenzierte Lernlandschaft mit hoher räumlicher Qualität.

Innere und äußere Erschließung | Räumliches Konzept

Der Schulbau entwickelt sich aus einer klar strukturierten, intuitiv erfahrbaren Erschließungsfigur. Über den zentralen Haupteingang mit vorgelagertem Platz öffnet sich das Gebäude in ein großzügiges, lichtdurchflutetes Foyer mit angeschlossener Pausenhalle – ein transparenter Auftakt und identitätsstiftender Mittelpunkt der Schulgemeinschaft. Zwei markante, kommunikativ ausgebildete Treppenanlagen strukturieren das Haus vertikal und fördern informelle Begegnungen. Sie verbinden alle Ebenen und stärken die räumliche Lesbarkeit des Gebäudes. Die Compartments sind eigenständig erschlossen und ermöglichen eine klare funktionale Zuordnung bei gleichzeitiger organisatorischer Unabhängigkeit. Die zentral angeordnete Pausenhalle bildet das räumliche und soziale Herz der Schule. Als multifunktionale Mitte vernetzt sie sämtliche Funktionsbereiche und lässt sich durch die Zuschaltung von Mensa, Mehrzweckraum und Musikraum flexibel erweitern. So entsteht ein wandelbarer Raum für Gemeinschaft, Austausch und Veranstaltungen. Im Erdgeschoss sind die öffentlichen und gemeinschaftsbezogenen Nutzungen gebündelt: die Fachräume für Wirtschaft, Arbeit und Technik, die Verwaltung sowie die Autismusschule mit den Bereichen der Geistigen Entwicklung. Diese Anordnung gewährleistet kurze Wege, funktionale Synergien und eine klare Adressbildung. Für die Autismusschule ist zudem ein optional separat nutzbarer Eingang vorgesehen, der bei Bedarf eine unabhängige Erschließung und einen geschützten Zugang ermöglicht. Das erste Obergeschoss versteht sich als fachlich geprägte Lernlandschaft. Bibliothek, Naturwissenschaften und Informatik bilden einen zentralen Wissenscluster, ergänzt durch Lernwerkstatt und Kunstbereich mit vorgelagertem Interaktions- und Ausstellungsbereich. Zwei großzügige Ausgänge führen unmittelbar ins Freie auf die als Bewegungslandschaft ausgebildete Dachterrasse und erweitern die pädagogischen Flächen um qualitätsvolle Bewegungs- und Aufenthaltsangebote im Außenraum. Die Compartments der „Autismusschule abschlussorientiert“ sind hier integriert und räumlich klar zugeordnet. Die oberen Geschosse gliedern sich nach Altersstufen: In den Obergeschossen zwei und drei sind die Compartments der Primarstufe und der Sekundarstufe I organisiert, während die Sekundarstufe II im vierten Obergeschoss verortet ist. Diese vertikale Staffelung schafft altersgerechte Lernbereiche mit jeweils eigenständiger Identität. Die Dachterrasse kann optional als separate Pausenfläche für die Sekundarstufe II aktiviert werden und erweitert den Lern- und Aufenthaltsraum ins Freie. Jedes Compartment verfügt über ein gemeinsames Forum als pädagogische Mitte. Grüne Loggien stellen dabei den direkten Bezug zum Außenraum her, sorgen für natürliche Belichtung und Belüftung und unterstützen eine helle, angenehme Lernatmosphäre. Das robuste, zugleich flexible Grundrisssystem ermöglicht langfristige Anpassungsfähigkeit. Nutzungsverschiebungen oder organisatorische Veränderungen können ohne grundlegende Eingriffe umgesetzt werden.

Sporthallen und Sportbereiche

Die Sporthallen sind übereinander angeordnet und als kompakter Funktionsbaustein innerhalb des Gesamtgefüges organisiert. Durch die klare Zuordnung der Bereiche und eine differenzierte Erschließung werden schulische und externe Nutzungen sinnvoll miteinander verknüpft. Die Hallen sind sowohl direkt vom Schulhof als auch über die interne Erschließung zugänglich. Dadurch wird eine flexible Nutzung ermöglicht, die auch unabhängig vom Schulbetrieb funktioniert. Der Jugendclub ALBA erhält einen separaten Zugang zu seinen Räumlichkeiten im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss. So wird eine eigenständige Nutzung gewährleistet, während gleichzeitig die räumliche Nähe zu den Sportflächen erhalten bleibt. Die barrierefreien Umkleidekabinen sind zentral im Erdgeschoss angeordnet, sodass ein Geschosswechsel nicht erforderlich ist. Die weiteren Umkleiden im ersten und zweiten Obergeschoss sowie die Zuschauerbereiche werden über die Treppenräume und einen Aufzug klar und übersichtlich erschlossen. Die Loggia im ersten Obergeschoss dient als gemeinsamer Aufenthaltsbereich für den Jugendclub ALBA und die Sportlerinnen und Sportler. Sie schafft einen zusätzlichen Ort für Begegnung und Austausch innerhalb des Sportbereichs.

Parkplätze und Fahrradstellplätze

Die Stellplatzflächen für Pkw und Fahrräder sind funktional sinnvoll auf dem Grundstück verteilt und gewährleisten eine klare Zuordnung zu den jeweiligen Nutzungsbereichen. Es werden drei zusätzliche Kfz-Stellplätze, ein Kleinbus-Stellplatz sowie drei Kleinbus-Haltebereiche vorgesehen. Für den Radverkehr werden insgesamt 366 Fahrradstellplätze nachgewiesen. Ein Teil der Fahrradabstellflächen ist witterungsgeschützt angeordnet. Durch die kompakte Organisation und die Nutzung der vorhandenen Topografie können die Stellplätze effizient in das Gesamtkonzept integriert werden. Gleichzeitig bleiben die Freiflächen klar strukturiert und gut nutzbar.

Freianlagen

Das freiraumplanerische Gesamtkonzept für die Gemeinschaftsschule Pankstraße sieht unter klimaangepassten Gesichtspunkten vor, differenzierte Schulhofbereiche mit unterschiedlichen Charakteren, Atmosphären und Funktionen zu erzeugen, um den Schülerinnen und Schülern aller Altersklassen ein vielfältiges und ansprechendes Nutzungs- und Aufenthaltsangebot zu ermöglichen. Die städtebauliche Setzung der neuen Baukörper lässt einen großzügigen, zusammenhängenden und räumlich angenehm gefassten Schulfreiraum entstehen, der für die unterschiedlichen Ansprüche der Schülerinnen und Schüler vielfältige Möglichkeiten bietet. Für die jeweiligen Altersklassen gibt es entsprechende Nutzungs- und Aufenthaltsräume, die sich teilweise überlagern und so auch ein altersübergreifendes Miteinander ermöglichen und Identität stiften. Der gesamte Schulhof wird als grüne Lern- und Bewegungslandschaft verstanden, die von großkronigen Zukunftsbäumen überstellt ist und durch abgesenkte, intensiv bepflanzte Grünflächen gegliedert wird, die zugleich als Retentions- und Sickerflächen dienen. Ergänzend entstehen Rasenflächen, Wiesenbereiche zur Förderung der Biodiversität sowie Heckenstrukturen als Lebensraum für Tiere. Der Freiraum bietet zudem vielfältige Bewegungsangebote von Bouldern über Streetball bis zu Calisthenics. Sitzangebote schaffen Aufenthaltsqualität. Die Freianlagen sind zugleich Bestandteil eines nachhaltigen Regenwassermanagements mit Versickerung, Speicherung und gedrosselter Ableitung.


Neubau von Feuerwehr und Bürgerhaus | Wehrheim

Anerkennung | Neubau von Feuerwehr und Bürgerhaus

Wehrheim

In Zusammenarbeit mit Atelier30 Architekten

 

Städtebaulicher Leitgedanke
Aus der zentralen Lage im Ortsteil Wehrheim entwickelt der Entwurf einen klar definierten und identitätsstiftenden Ort der „Neuen Mitte“. Zwei prägnante, zweigeschossige Baukörper bilden ein adressbildendes Ensemble, das den neuen Festplatz räumlich fasst und gleichzeitig die Anforderungen von Feuerwehr und Bürgerhaus integriert. Die Fassade des bestehenden historischen Gebäudes im Nordosten wird in das Ensemble eingebunden, sodass Bestand und Neubau gemeinsam die räumliche Kante des Platzes bilden. Der Festplatz ist multifunktional angelegt: Er kann im Alltag als Parkplatz genutzt werden und bietet ausreichend Fläche für Veranstaltungen wie die Zirkus-Projektwoche der Limesschule. Begrünte Aufenthaltsbereiche, Möblierung sowie eine abgestufte Freiraumgestaltung mit Sitzstufen und Grünflächen schaffen hohe Aufenthaltsqualität. Die Haupteingänge von Bürgerhaus und Feuerwehr orientieren sich zum Platz und stärken dessen Rolle als gemeinschaftlicher Mittelpunkt. Die Architektur nimmt die Maßstäblichkeit und Typologie des gewachsenen Ortsbildes auf und interpretiert sie mit giebelständigen Baukörpern zeitgemäß. So entstehen eine starke Identität, klare Freiraumzonen und ein Ort des Ankommens, der Begegnung und der Identifikation.

Funktionales Konzept / räumliche Organisation und innere Abläufe
Die funktionale Organisation basiert auf Klarheit, Effizienz und einer konsequenten Trennung unterschiedlicher Nutzungen. Die Feuerwehr verfügt über kurze Wege und optimierte Abläufe zwischen Alarmierung, Umkleiden und Fahrzeughalle. Die räumliche Struktur folgt dem Prinzip der Schwarz-Weiß-Trennung und ermöglicht konfliktfreie Bewegungsabläufe. Alarmhof, Übungshof und Fahrzeugbewegungen sind logisch organisiert und klar voneinander abgegrenzt. Stabsraum sowie Funk- und Zentralenbereiche befinden sich an zentraler Position im Obergeschoss. Aufenthaltsräume, Büros und Schulungsflächen werden über einen Flur mit Blick in die Fahrzeughalle erschlossen und lassen aufgrund ihrer flexiblen Struktur unterschiedliche Anordnungen zu. Das Bürgerhaus ist als offener und vielseitig nutzbarer Baustein der Gemeinde konzipiert. Foyer, Saal und Gastronomie- bzw. Multifunktionsbereiche können sowohl gemeinsam als auch unabhängig voneinander genutzt werden. Über das helle, galerieartige Foyer gelangen Besucherinnen und Besucher in die unterschiedlichen Nutzungsbereiche, die sich zu einer teilüberdachten Terrasse mit Blick auf den Taunus öffnen. Bücherei, Jugendzentrum und Gewerbeflächen sind integriert, verfügen jedoch über eigene Zugänge. Vereinsräume befinden sich im Obergeschoss, ergänzt durch Technik- und mögliche Reserveflächen wie einen Yogaraum. Zusätzliche Technikflächen für das übergeordnete Energie- und Heizkonzept sind im Untergeschoss vorgesehen.

Konstruktion, Materialwahl und Fassade
Die Konstruktion folgt dem Prinzip der Angemessenheit und setzt auf robuste, wirtschaftliche und langlebige Lösungen. Die Neubauten sind als Massivkonstruktionen aus Ziegelmauerwerk, vorzugsweise aus Recyclingziegeln, geplant. Tragende und brandschutzrelevante Bauteile werden in Stahlbeton ausgeführt. Für die Dächer ist eine Holzkonstruktion mit Kupferblechdeckung und integrierten Photovoltaikelementen vorgesehen. Die ausdrucksstarken Ziegelfassaden verleihen dem Ensemble eine zurückhaltende und zugleich repräsentative Architektursprache. Klare Baukörper, präzise gesetzte Öffnungen und differenziert gestaltete Fassadentiefen sorgen für eine selbstverständliche Präsenz im Ortsbild. Im Inneren schaffen helle Räume, natürliche Materialien und ein abgestimmtes Farbkonzept eine hohe Aufenthaltsqualität sowie eine gute Orientierung für die Nutzerinnen und Nutzer.

Freiflächen
Der multifunktionale Vorplatz bildet das räumliche Zentrum des Ensembles und erschließt sowohl Feuerwehr als auch Bürgerhaus. Er dient als Veranstaltungs- und Festfläche und kann außerhalb von Veranstaltungen flexibel genutzt werden. Eine Sitzstufenanlage im Norden und Osten fasst den Platz räumlich und bietet gemeinsam mit partiellen Holzauflagen angenehme Aufenthaltsmöglichkeiten. Baumüberstandene Pflanzflächen mit integrierten Sitzgelegenheiten gliedern die großzügigen Freiräume und sorgen mit robusten Stauden- und Gräserpflanzungen über viele Monate hinweg für jahreszeitliche Akzente. Die Anordnung der Flächen berücksichtigt die Anforderungen größerer Veranstaltungen wie der Zirkus-Projektwoche der Limesschule. Die Funktionsbereiche der Feuerwehr sind sinnvoll organisiert und direkt vom Straßenraum erreichbar. Der südliche Parkplatz wird neu geordnet und weitgehend entsiegelt, um zusätzliche Baumpflanzungen zu ermöglichen. Rasengittersteine, Klimapflaster, Wiesenmulden und unterirdische Baumrigolen verbessern die Regenwasserbewirtschaftung und fördern die Vitalität der Vegetation. Entlang der Goethestraße entsteht ein baumbestandenes, blühendes Band, das den Parkplatz räumlich fasst, ökologisch aufwertet und den Übergang zur angrenzenden Umgebung gestaltet.


Kernbereich Ortenberg | Ortenberg (Hessen)

2. Preis | Neue Stadträume für Ortenberg

Ortenberg (Hessen)

In Zusammenarbeit mit Thomas Schüler Architekten und Stadtplaner

 

Die neue Ortsmitte

Die Wilhelm-Leuschner-Straße bildet seit jeher die Lebensader Ortenbergs. Diese zentrale Achse wird künftig weiter gestärkt und durch eine neue Gestaltung aufgewertet. Im Herzen des Ortes erhält Ortenberg entlang der Wilhelm-Leuschner-Straße ein neues Gesicht.
Ein neuer zentraler Platzraum entsteht als übersichtliche Drehscheibe, die wichtige Nutzungen und Stadtbereiche miteinander verbindet und zugleich eine neue Visitenkarte für den Ort darstellt. Dieser Platz bildet den Auftakt sowie das Eingangstor zur historischen Altstadt. Gleichzeitig werden der Marktplatz mit dem Bürgerhaus sowie das neue Rathaus städtebaulich und freiraumplanerisch integriert.
So entsteht an zentraler Stelle eine großzügige, nutzungsoffene Ortsmitte, die als identitätsstiftender Platzraum einen repräsentativen und kommunikativen Stadtraum schafft. Die Neubauten ergänzen das bestehende Gebäudeensemble und beleben den Platz durch ihre vielfältigen Nutzungen.

Das neue Rathaus und Rathausterrassen

Die neue Stadtverwaltung aus Alt- und Neubau bildet den zentralen Baustein des Gesamtkonzepts. Sämtliche Rathausfunktionen werden in einem gemeinsamen Komplex gebündelt. Die öffentlichen Freiräume zur Wilhelm-Leuschner-Straße sowie zum Herrngartengelände schaffen eine wichtige Verbindung zur Nidder.
Durch die Heranführung des Platzes an die Hangkante entsteht eine attraktive Aussichtssituation: Wie ein großes Landschaftsfenster öffnet sich der Blick auf die Nidder und die Hügel des Vogelsbergs – für alle Bürgerinnen und Bürger frei zugänglich. So entsteht ein markanter Ort mit hoher Identifikation und besonderer Einzigartigkeit.
Die vorhandene Steinmauer wird verlängert und bildet einen balkonartigen Terrassenbereich aus. Eine neue Freitreppe schafft eine direkte Verbindung zum renaturierten Nidderufer.
Als moderne Architektur setzt der Neubau ein spannungsvolles Gegenüber zum historischen Rathaus. Alt und Neu bilden gemeinsam ein prägnantes Gebäudepaar.

 

Das renaturierte Nidderufer

Das Hanggelände zum Herrngarten wird parkartig gestaltet und bildet einen landschaftlichen Trittstein, der sich in das Wegenetz des Ortes einfügt. Neue Verbindungen zum Nidderufer sowie zum Vulkanradweg entstehen.
Das Nidderufer wird renaturiert und über eine großzügige Sitzstufenanlage mit Steg zugänglich gemacht. Im Bereich der Sitzstufen und des Steges wird die Nidder aufgeweitet, sodass ein naturnaher Uferraum mit verbesserter Aufenthaltsqualität und erhöhter ökologischer Vielfalt entsteht. Dadurch wird die besondere landschaftliche Qualität betont und ein neuer Erholungsraum geschaffen.
Weitere Sitz- und Aufenthaltsflächen entlang des neuen Weges entlang der Nidder laden zum Verweilen ein und stärken die Aufenthaltsqualität dieses besonderen Freiraums.

 

Der Marktplatz

Der Marktplatz entwickelt sich künftig zu einem klar definierten, nutzungsoffenen Stadtraum, der vielfältige Aktivitäten aufnehmen kann. Hier finden gemeinschaftliche Feierlichkeiten, Märkte und Veranstaltungen ihren Platz.
Auf der Nordseite entsteht eine Zone mit Sitz- und Aufenthaltsflächen unter dem bestehenden, schattenspendenden Baumbestand. Der bestehende topografische Sprung wird dabei durch neu gestaltete Sitzstufen aufgegriffen und als terrassierter Aufenthaltsbereich erlebbar gemacht. Große Holzliegen setzen besondere Akzente und schaffen attraktive Orte zum Verweilen, Ausruhen und Begegnen mit hoher Aufenthaltsqualität.
Auf der Südseite werden Besucherstellplätze geschaffen, die bei Bedarf für Marktveranstaltungen freigehalten werden können oder für Besucherinnen und Besuchern des Bürgerhauses zur Verfügung stehen.

Wohnen in der Dorfmitte

Auf den derzeit noch bebauten Grundstücken entlang der Philipp-Glenz-Straße können schrittweise neue Gebäude entstehen. Diese fügen sich in Kubatur und Dachform harmonisch in das bestehende Ortsbild ein.
Geplant sind gemischt genutzte Gebäude mit Wohnnutzungen sowie gewerblichen Einheiten im Erdgeschoss. Sie bilden künftig den Zugang zur Altstadt und verleihen der Wilhelm-Leuschner-Straße ein modernes Gesicht. In den rückwärtigen Bereichen entlang der Philipp-Glenz-Straße entstehen ergänzend Hofhäuser, die vorwiegend für Wohnnutzungen vorgesehen sind und ein ruhiges, innenliegendes Wohnumfeld schaffen. Grüne Hofgärten ergänzen diese Wohnbereiche und schaffen hochwertige, geschützte Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität.

 

Verkehr

Auf dem Marktplatz entsteht eine neue Mobilitätsstation, die alle Funktionen der „sanften Mobilität“ bündelt. Dazu gehören Carsharing-Stellplätze, Leihfahrräder sowie Ladestationen für Elektromobilität. Gleichzeitig wird hier die Bushaltestelle „Ortenberg Mitte / Rathaus“ integriert.
Das Parkierungskonzept sieht insgesamt eine ausgewogene Verteilung der Stellplätze im Ortskern vor: 60 Stellplätze werden im Bereich des Marktplatzes angeordnet, 40 Stellplätze entstehen in der Tiefgarage des neuen Rathauses und weitere 50 Stellplätze im Bereich des Herrngartens. Dadurch werden die Parkierungsangebote dezentral organisiert und sinnvoll in die jeweiligen Nutzungsbereiche eingebunden.
Die Philipp-Glenz-Straße wird verkehrsberuhigt ausgebildet und ist künftig ausschließlich für Anwohner- und Lieferverkehr befahrbar. Dadurch wird der Durchgangsverkehr reduziert und die Aufenthaltsqualität im Quartier deutlich gestärkt.

 

Materialität

Die Materialität der neuen Ortsmitte knüpft bewusst an die historische Identität Ortenbergs an. Der zentrale Platz erhält ein hochwertiges, richtungsloses Natursteinpflaster, welches dem neuen Stadtraum eine dauerhafte, robuste und zugleich repräsentative Erscheinung verleiht. Durch die Verwendung langlebiger, wartungsarmer und ressourcenschonender Materialien wird zugleich ein nachhaltiger Beitrag zu einer zukunftsfähigen und wertbeständigen Ortsentwicklung geleistet.
Der charakteristische Belag der Altstadt wird gestalterisch aufgenommen und auf den neuen zentralen Platz weitergeführt. Dadurch entsteht eine selbstverständliche Verbindung zwischen historischem Ortskern und neuer Ortsmitte. Altstadt und neuer Platzraum wachsen zu einem zusammenhängenden Stadtraum mit hoher Wiedererkennbarkeit und besonderer Aufenthaltsqualität zusammen. An den Rändern der Grüninseln im neuen Stadtraum kommt versickerungsfähiges Pflaster mit offenen Rasenfugen zum Einsatz. Diese befestigten Flächen ermöglichen eine natürliche Versickerung des Regenwassers direkt vor Ort. Gleichzeitig schaffen die begrünten Fugen einen weichen Übergang zwischen Platzfläche und Vegetationsbereichen und unterstreichen den landschaftlichen Charakter des Stadtraums.
Der Marktplatz erhält eine robuste Asphaltdeckschicht, die eine langlebige, belastbare und pflegeleichte Oberfläche schafft. Dadurch eignet sich der Marktplatz besonders für wechselnde Nutzungen wie Wochenmärkte, Feste, mobile Bühnen, temporäre Aufbauten oder Befahrungen durch Liefer- und Einsatzfahrzeuge. Gleichzeitig entsteht eine ebene und barrierearme Fläche mit hoher Alltagstauglichkeit, die auch Raum für informelle Spiel- und Bewegungsangebote wie Fahrradfahren, Skaten oder weitere spontane Aktivitäten bietet. Der Parkplatzbereich wird mit versickerungsfähigem Pflaster ausgeführt, sodass Regenwasser direkt vor Ort in den Boden gelangen kann. Im Bereich der neuen Baumreihe entsteht zudem ein für den Marktplatz wichtiger Retentionsraum, der Niederschlagswasser temporär aufnimmt, zwischenspeichert und verzögert ableitet.
Der Herrngarten erhält einen belastbaren Schotterrasenbelag, der den funktionalen Anforderungen für Marktveranstaltungen, Feste und temporäre Nutzungen gerecht wird. Die Fläche bleibt befahrbar und widerstandsfähig, wirkt zugleich jedoch als begrünter Freiraum mit parkähnlichem Charakter. Schotterrasen verbindet Nutzbarkeit mit ökologischem Mehrwert: Die begrünte Oberfläche verbessert das Mikroklima, reduziert die Aufheizung gegenüber versiegelten Flächen und ermöglicht die natürliche Versickerung von Regenwasser. Gleichzeitig bleibt der Boden wasserdurchlässig und unterstützt die Grundwasserneubildung. Auch bei zeitweiser Überflutung erweist sich Schotterrasen als besonders robust. Überschüssiges Wasser kann aufgenommen, zwischengespeichert und verzögert abgeführt werden. Nach Rückgang des Wassers bleibt die Fläche schnell wieder nutzbar und dauerhaft funktionsfähig.

 

Regenwasser / Retention

Durch ein nachhaltiges Regenwassermanagement werden Oberflächenwasser gezielt gesammelt, zurückgehalten und zeitversetzt versickert bzw. gedrosselt in das System eingeleitet. Begrünte Flächen, offene Mulden und wasserdurchlässige Beläge tragen dabei zur Entlastung der Kanalisation bei und fördern die natürliche Wasserbilanz im Ortskern.
Gleichzeitig wird durch den hohen Anteil an entsiegelten und begrünten Flächen die Bildung von Hitzeinseln deutlich reduziert, da Verdunstung und Verschattung das lokale Mikroklima verbessern. Das Regenwasser wird in den Freiräumen zwischengespeichert, verzögert abgegeben und teilweise vor Ort versickert. Dadurch wird nicht nur die Überflutungsgefahr bei Starkregenereignissen reduziert, sondern auch eine kontrollierte und naturnahe Einbindung in den Wasserkreislauf sichergestellt.
Das Konzept entwickelt eine zukunftsfähige Ortsmitte für Ortenberg, die historische Strukturen mit neuen städtebaulichen Qualitäten verbindet. Durch die Neuordnung des Zentrums, die Aufwertung der Freiräume an der Nidder sowie die Stärkung des Marktplatzes entsteht ein vielseitig nutzbarer, identitätsstiftender Stadtraum.

Das Zusammenspiel von Wohnen, öffentlichen Nutzungen, Verkehr und Freiraum schafft eine neue Mitte mit hoher Aufenthaltsqualität, klarer Adressbildung und nachhaltiger Ausrichtung – als lebendiger Treffpunkt für die gesamte Stadtgemeinschaft.


Neubau eines Wohnhauses mit Mehrfachnutzung | Filderstadt-Bernhausen

2. Preis | Neubau eines Wohnhauses mit Mehrfachnutzung

Filderstadt-Bernhausen

In Zusammenarbeit mit ATELIER30 Architekten GmbH

 

Städtebau und Innere Organisation
Der Neubau positioniert sich als selbstbewusster städtebaulicher Baustein an der Ecke Bernhäuser Hauptstraße und Volmarstraße auf der Fläche des ehemaligen Parkplatzes. Er bildet den Auftakt und zugleich den räumlichen Abschluss der Fußgängerzone der Bernhäuser Hauptstraße und stärkt damit die städtebauliche Präsenz dieses wichtigen innerörtlichen Bereichs.
Der differenziert ausformulierte, L-förmige Baukörper reagiert sensibel auf den vorhandenen Kontext. Er nimmt sowohl die Höhenentwicklung als auch die Baufluchten der angrenzenden Bebauung auf und übersetzt den kleinteiligen, körnigen Bestand der Umgebung in eine zeitgemäße architektonische Struktur.
Der Ideenteil ergänzt das Ensemble selbstverständlich und schließt dieses mit seiner Querausrichtung zur Volmarstraße städtebaulich ab. Der markante viergeschossige Baukörper im Realisierungsteil bildet durch einen gezielten Rücksprung einen einladenden Vorplatz aus und markiert damit klar die öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss.
Über ein großzügig dimensioniertes Foyer werden sowohl der Veranstaltungsbereich als auch das Restaurant erschlossen. Beide Nutzungen orientieren sich bewusst zur Bernhäuser Hauptstraße und tragen damit zur Belebung des öffentlichen Raumes bei. Zusätzlich erhalten sowohl der Veranstaltungsbereich als auch das Restaurant einen eigenen Zugang vom Vorplatz. Dadurch können beide Nutzungen unabhängig voneinander betrieben werden, während gleichzeitig Synergien zwischen den Bereichen ermöglicht werden. Der Veranstaltungsbereich wird darüber hinaus durch eine Terrasse zum ruhigen gelegenen Innenhof ergänzt.
Im Foyerbereich befindet sich zudem das zentrale Treppenhaus, über das die Wohnungen in den Obergeschossen erschlossen werden. Das Treppenhaus ist sowohl von der Bernhäuser Hauptstraße als auch vom grün geprägten Innenhof aus zugänglich. Für die zukünftigen Bewohner entsteht dadurch ein direkter und unkomplizierter Zugang zum gemeinschaftlichen Freiraum. Der Innenhof fungiert als kommunikative Mitte des Quartiers und bietet Raum für Aufenthalt, Begegnung und nachbarschaftlichen Austausch.
Im Erdgeschoss befinden sich darüber hinaus sämtliche Nebenräume der Gastronomieküche sowie die zentralen WC-Anlagen. Ein Durchgang von der Volmarstraße verbindet den Innenhof auf kurzem Weg mit dem öffentlichen Straßenraum und stärkt damit die Durchlässigkeit des Quartiers.
Im längs angeordneten Bauteil sind zusätzliche Gewerbeflächen vorgesehen, die aufgrund ihrer flexiblen Struktur bei Bedarf problemlos teilbar sind. Ergänzt wird das Erdgeschoss durch einen Elektrofahrradraum, getrennte Müllräume sowie den Hausanschlussraum.
Die darüber liegenden Geschosse basieren auf einer klar strukturierten Grundrissorganisation mit einem Achsraster von etwa 3,00 m. Diese Struktur ermöglicht eine hohe Flexibilität bei der Ausbildung unterschiedlicher Wohnungstypologien. In jedem Geschoss können sowohl Zwei-, Drei- als auch Vierzimmerwohnungen realisiert werden. Rund 50 % der Wohnungen sind barrierefrei geplant, während die übrigen Wohnungen barrierearm ausgebildet werden. Alle Wohnungen verfügen zusätzlich über eine Loggia, die als geschützter privater Außenraum fungiert und die Wohnqualität deutlich erhöht.
Die Zufahrt zur Tiefgarage befindet sich im gewünschten Bereich im Nordosten des Grundstücks. In der Tiefgarage stehen insgesamt 24 Kfz-Stellplätze sowie ergänzende Kellerflächen für die Bewohner zur Verfügung. Die Staffelgeschosse reagieren im dritten Obergeschoss sensibel auf die Höhenentwicklung der Nachbarbebauung und stellen so einen harmonischen Übergang zum städtebaulichen Kontext her. Der Ideenteil reiht sich in seiner strukturellen Logik analog zum Realisierungsteil ein und gewährleistet damit eine klare architektonische Gesamtfigur.

Architektursprache, Fassadengestaltung, Konstruktion

Der Neubau formuliert einen Stadtbaustein, der das Ende der Fußgängerzone markiert und zugleich als Gelenk zur Volmarstraße fungiert. Die Erdgeschosszone ist offen und einladend, die Architektur ist durch die Materialität der Fassade, Transparenz und die Verzahnung mit dem Standort geprägt. Das Planungskonzept basiert auf den Grundsätzen des nachhaltigen Bauens.
Die Konstruktion ist in Hybridbauweise geplant. Das Untergeschoss, die Treppenhauskerne und die brandschutzrelevanten Bauteile sind als Beton-Massivkonstruktion vorgesehen. Die Gebäudeaussteifung erfolgt über die Erschließungskerne.
Das Erdgeschoss setzt sich als Gebäudesockel von der Kubatur ab und ist mit einer robusten Oberfläche aus vorgefertigten Betonelementen verkleidet. Die Fassadenelemente der Obergeschosse sind hochgedämmt und mit einer hinterlüfteten Holzschalung bekleidet. Alle Glasflächen erhalten einen außenliegenden Sonnenschutz.

Ökologisch-energetisches Konzept, Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit

Analog zum Gebäudekonstruktionskonzept, bei dem mit der Holzhybridbauweise die Materialien dort eingesetzt werden, wo es sinnvoll/wirtschaftlich ist und sowohl die Vorteile des Massivbaus als auch die des Holzbaus genutzt und miteinander kombiniert werden, soll auch das Haustechnikkonzept darauf ausgerichtet sein, bei minimiertem Einsatz technischer Systeme eine hohe Gesamteffizienz zu erreichen (Low-Tech vor High-Tech).

Konzeptionelle Grundsätze für Nachhaltigkeit und den wirtschaftlichen Gebäudebetrieb:

  • Hybrid-Konstruktion mit hohem Vorfertigungsgrad
  • Verwendung recyclingfähiger und natürlicher Baustoffe
  • sehr gut gedämmte Gebäudehülle
  • robuste und nachhaltige Fassadenoberflächen
  • gute und gleichmäßige Tagesbelichtung
  • optimierter sommerlicher Wärmeschutz durch Außenjalousien
  • Heizen und Kühlen (passive Kühlung) mittels Wärmepumpentechnik (keine fossilen Brennstoffe)
  • Einsatz von Photovoltaik und ggf. Solarthermie
  • Einsatz effizienter Anlagenkomponenten mit Wärmerückgewinnung
  • Begrünung der Dachflächen unter den Aspekten der Biodiversität und Unterstützung des Mikroklimas

Die Herstellung des Gebäudes mit einem hohen Vorfertigungsgrad lässt eine wirtschaftliche Errichtung des Bauwerks erwarten. Auf der Basis – Verwendung kreislauffähiger Materialien und Baustoffe, Energieeffizienz und Low-Tech – kann ein nahezu klimaneutrales Gebäude realisiert werden, welches einen vorbildlichen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Freiraum

Der Vorplatz bildet die räumliche Adresse des Gebäudes und markiert den Eingangsbereich der öffentlichen Nutzungen. Gleichzeitig kann er vom Restaurant für eine Außenbestuhlung genutzt werden und trägt damit aktiv zur Belebung der Bernhäuser Hauptstraße bei. Der Platz kann als räumliche Erweiterung der gegenüber liegenden Fußgängerzone verstanden werden und stärkt die Verzahnung der öffentlichen Freiräume.
Der Innenhof wird als grüner, gemeinschaftlich nutzbarer Freiraum gestaltet. Unterschiedliche grüne Inseln schaffen Aufenthaltsqualitäten und bieten vielfältige Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Bewohner. Durch gezielte Pflanzungen von Bäumen sowie heimischen Sträuchern entstehen schattenspendende Bereiche, die insbesondere in den Sommermonaten zu einer hohen Aufenthaltsqualität beitragen. Ein gemeinschaftliches Grilldeck ergänzt das Freiraumangebot und ermöglicht vielfältige Nutzungen für die zukünftigen Bewohner. Der Ideenteil schließt sich gestalterisch mit derselben freiraumplanerischen Sprache an und bildet so ein zusammenhängendes Freiraumgefüge. Großzügig dimensionierte Rasenflächen bieten zusätzlich Raum für Spiel, Bewegung und informelle Begegnungen und unterstützen die Ausbildung eines lebendigen, gemeinschaftlichen Wohnumfelds.