06 | 2026 WETTBEWERB
BOMA+ | Braunschweig
2. Preis in Zusammenarbeit mit STAUTH Architekten Partnerschaftsgesellschaft mbB
Mit dem Leitgedanken „Öffnen, Verbinden, Begrünen“ transformiert der Entwurf für das BOMA+-Areal in Braunschweig einen zergliederten Verkehrsraum in ein zusammenhängendes, lebendiges Stadtquartier. Drei maßstäblich abgestufte Baukörper schaffen eine neue Mitte zwischen Innenstadt und Magniviertel und aktivieren das Umfeld mit vielfältigen Nutzungen. Im Fokus steht der Freiraum: Entsiegelte Flächen, grüne Pocket-Parks, schattige Aufenthaltsbereiche und ein autofreier Stadtpark erhöhen die Aufenthaltsqualität spürbar. Neue Wegeverbindungen, niveaugleiche Platzflächen und begrünte Pufferzonen verknüpfen die Stadträume neu. Ergänzt wird dies durch einen intensiv begrünten Dachgarten und attraktive Aufenthaltsorte wie Stadtbalkon und Außengastronomie. So entsteht ein vielfältiger, klimaangepasster Stadtraum, der Bewegung, Begegnung und urbanes Leben neu definiert.
Gemeinschaftsschule Pankstraße | Berlin
1. Preis | Gemeinschaftsschule Pankstraße
Berlin
In Zusammenarbeit mit Atelier30 Architekten
Städtebauliches und architektonisches Konzept
Der Neubau der Gemeinschaftsschule Pankstraße versteht sich als präzise gesetzter Bildungsbaustein im Stadtraum von Berlin-Gesundbrunnen, robust im Ausdruck, maßstäblich gegliedert und offen in seiner räumlichen Organisation. Dabei formuliert der Neubau entlang der Pankstraße und der Schönstedtstraße eine klare stadträumliche Kante. Ein begrüntes Sockelgeschoss als grüner Filter zum Stadtraum verankert das Gebäude im öffentlichen Raum und interpretiert die straßenbegleitende Bebauung als ruhige, zusammenhängende Basis. An der Eckadresse tritt das darüberliegende Volumen zurück und erzeugt gemeinsam mit einer pergolaartigen Struktur im Sockel einen adressbildenden Auftakt. Der so entstehende Vorplatz vermittelt zwischen Stadt und Schule und stärkt die Wahrnehmbarkeit des Haupteingangs im urbanen Kontext. Der Zugang führt unmittelbar in das kommunikative Zentrum der Anlage. Pausenhalle, Mehrzweckraum, Mensa und gemeinschaftliche Nutzungen bilden ein offenes, transparentes Herz, das Innen- und Außenräume miteinander vernetzt und als sozialer Ankerpunkt der Schulgemeinschaft fungiert. Von hier aus entwickeln sich klare Wegebeziehungen zu den Freiflächen sowie zur Sporthalle. Auf dem landschaftlich formulierten Sockel sind differenziert gesetzte Baukörper aus Backstein angeordnet. Ihre Maßstäblichkeit leitet sich aus der Organisation der schulischen Compartments ab. Die volumetrische Gliederung übersetzt das große Bauvolumen in eine feinere Körnung und schafft einen rhythmisierten Fassadenverlauf, der sich sensibel in den heterogenen Stadtraum von Gesundbrunnen einfügt. Gleichzeitig wird die innere Struktur nach außen ablesbar und stärkt die Identität der einzelnen Lernbereiche. In Richtung der Pausenflächen staffelt sich die Baumasse terrassierend. Das begehbare Mensadach erweitert den Außenraum zu einer zusätzlichen Aufenthalts- und Lernlandschaft und unterstützt die räumliche Verzahnung und den Dialog von Architektur und Freiraum. Sporthalle, Spielbereiche und grüne Freiflächen werden zu einer zusammenhängenden Schullandschaft verbunden, die unterschiedliche Atmosphären und Nutzungsschwerpunkte anbietet. Die klare Setzung der Baukörper ermöglicht effiziente innere Abläufe und kurze Wege. Gleichzeitig entstehen vielfältige Blickbeziehungen und Übergänge zwischen Innen und Außen, die Orientierung und soziale Interaktion fördern. Die Schule wird damit nicht als monolithisches Gebäude verstanden, sondern als differenzierte Lernlandschaft mit hoher räumlicher Qualität.
Innere und äußere Erschließung | Räumliches Konzept
Der Schulbau entwickelt sich aus einer klar strukturierten, intuitiv erfahrbaren Erschließungsfigur. Über den zentralen Haupteingang mit vorgelagertem Platz öffnet sich das Gebäude in ein großzügiges, lichtdurchflutetes Foyer mit angeschlossener Pausenhalle – ein transparenter Auftakt und identitätsstiftender Mittelpunkt der Schulgemeinschaft. Zwei markante, kommunikativ ausgebildete Treppenanlagen strukturieren das Haus vertikal und fördern informelle Begegnungen. Sie verbinden alle Ebenen und stärken die räumliche Lesbarkeit des Gebäudes. Die Compartments sind eigenständig erschlossen und ermöglichen eine klare funktionale Zuordnung bei gleichzeitiger organisatorischer Unabhängigkeit. Die zentral angeordnete Pausenhalle bildet das räumliche und soziale Herz der Schule. Als multifunktionale Mitte vernetzt sie sämtliche Funktionsbereiche und lässt sich durch die Zuschaltung von Mensa, Mehrzweckraum und Musikraum flexibel erweitern. So entsteht ein wandelbarer Raum für Gemeinschaft, Austausch und Veranstaltungen. Im Erdgeschoss sind die öffentlichen und gemeinschaftsbezogenen Nutzungen gebündelt: die Fachräume für Wirtschaft, Arbeit und Technik, die Verwaltung sowie die Autismusschule mit den Bereichen der Geistigen Entwicklung. Diese Anordnung gewährleistet kurze Wege, funktionale Synergien und eine klare Adressbildung. Für die Autismusschule ist zudem ein optional separat nutzbarer Eingang vorgesehen, der bei Bedarf eine unabhängige Erschließung und einen geschützten Zugang ermöglicht. Das erste Obergeschoss versteht sich als fachlich geprägte Lernlandschaft. Bibliothek, Naturwissenschaften und Informatik bilden einen zentralen Wissenscluster, ergänzt durch Lernwerkstatt und Kunstbereich mit vorgelagertem Interaktions- und Ausstellungsbereich. Zwei großzügige Ausgänge führen unmittelbar ins Freie auf die als Bewegungslandschaft ausgebildete Dachterrasse und erweitern die pädagogischen Flächen um qualitätsvolle Bewegungs- und Aufenthaltsangebote im Außenraum. Die Compartments der „Autismusschule abschlussorientiert“ sind hier integriert und räumlich klar zugeordnet. Die oberen Geschosse gliedern sich nach Altersstufen: In den Obergeschossen zwei und drei sind die Compartments der Primarstufe und der Sekundarstufe I organisiert, während die Sekundarstufe II im vierten Obergeschoss verortet ist. Diese vertikale Staffelung schafft altersgerechte Lernbereiche mit jeweils eigenständiger Identität. Die Dachterrasse kann optional als separate Pausenfläche für die Sekundarstufe II aktiviert werden und erweitert den Lern- und Aufenthaltsraum ins Freie. Jedes Compartment verfügt über ein gemeinsames Forum als pädagogische Mitte. Grüne Loggien stellen dabei den direkten Bezug zum Außenraum her, sorgen für natürliche Belichtung und Belüftung und unterstützen eine helle, angenehme Lernatmosphäre. Das robuste, zugleich flexible Grundrisssystem ermöglicht langfristige Anpassungsfähigkeit. Nutzungsverschiebungen oder organisatorische Veränderungen können ohne grundlegende Eingriffe umgesetzt werden.
Sporthallen und Sportbereiche
Die Sporthallen sind übereinander angeordnet und als kompakter Funktionsbaustein innerhalb des Gesamtgefüges organisiert. Durch die klare Zuordnung der Bereiche und eine differenzierte Erschließung werden schulische und externe Nutzungen sinnvoll miteinander verknüpft. Die Hallen sind sowohl direkt vom Schulhof als auch über die interne Erschließung zugänglich. Dadurch wird eine flexible Nutzung ermöglicht, die auch unabhängig vom Schulbetrieb funktioniert. Der Jugendclub ALBA erhält einen separaten Zugang zu seinen Räumlichkeiten im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss. So wird eine eigenständige Nutzung gewährleistet, während gleichzeitig die räumliche Nähe zu den Sportflächen erhalten bleibt. Die barrierefreien Umkleidekabinen sind zentral im Erdgeschoss angeordnet, sodass ein Geschosswechsel nicht erforderlich ist. Die weiteren Umkleiden im ersten und zweiten Obergeschoss sowie die Zuschauerbereiche werden über die Treppenräume und einen Aufzug klar und übersichtlich erschlossen. Die Loggia im ersten Obergeschoss dient als gemeinsamer Aufenthaltsbereich für den Jugendclub ALBA und die Sportlerinnen und Sportler. Sie schafft einen zusätzlichen Ort für Begegnung und Austausch innerhalb des Sportbereichs.
Parkplätze und Fahrradstellplätze
Die Stellplatzflächen für Pkw und Fahrräder sind funktional sinnvoll auf dem Grundstück verteilt und gewährleisten eine klare Zuordnung zu den jeweiligen Nutzungsbereichen. Es werden drei zusätzliche Kfz-Stellplätze, ein Kleinbus-Stellplatz sowie drei Kleinbus-Haltebereiche vorgesehen. Für den Radverkehr werden insgesamt 366 Fahrradstellplätze nachgewiesen. Ein Teil der Fahrradabstellflächen ist witterungsgeschützt angeordnet. Durch die kompakte Organisation und die Nutzung der vorhandenen Topografie können die Stellplätze effizient in das Gesamtkonzept integriert werden. Gleichzeitig bleiben die Freiflächen klar strukturiert und gut nutzbar.
Freianlagen
Das freiraumplanerische Gesamtkonzept für die Gemeinschaftsschule Pankstraße sieht unter klimaangepassten Gesichtspunkten vor, differenzierte Schulhofbereiche mit unterschiedlichen Charakteren, Atmosphären und Funktionen zu erzeugen, um den Schülerinnen und Schülern aller Altersklassen ein vielfältiges und ansprechendes Nutzungs- und Aufenthaltsangebot zu ermöglichen. Die städtebauliche Setzung der neuen Baukörper lässt einen großzügigen, zusammenhängenden und räumlich angenehm gefassten Schulfreiraum entstehen, der für die unterschiedlichen Ansprüche der Schülerinnen und Schüler vielfältige Möglichkeiten bietet. Für die jeweiligen Altersklassen gibt es entsprechende Nutzungs- und Aufenthaltsräume, die sich teilweise überlagern und so auch ein altersübergreifendes Miteinander ermöglichen und Identität stiften. Der gesamte Schulhof wird als grüne Lern- und Bewegungslandschaft verstanden, die von großkronigen Zukunftsbäumen überstellt ist und durch abgesenkte, intensiv bepflanzte Grünflächen gegliedert wird, die zugleich als Retentions- und Sickerflächen dienen. Ergänzend entstehen Rasenflächen, Wiesenbereiche zur Förderung der Biodiversität sowie Heckenstrukturen als Lebensraum für Tiere. Der Freiraum bietet zudem vielfältige Bewegungsangebote von Bouldern über Streetball bis zu Calisthenics. Sitzangebote schaffen Aufenthaltsqualität. Die Freianlagen sind zugleich Bestandteil eines nachhaltigen Regenwassermanagements mit Versickerung, Speicherung und gedrosselter Ableitung.
Neubau von Feuerwehr und Bürgerhaus | Wehrheim
Anerkennung | Neubau von Feuerwehr und Bürgerhaus
Wehrheim
In Zusammenarbeit mit Atelier30 Architekten
Städtebaulicher Leitgedanke
Aus der zentralen Lage im Ortsteil Wehrheim entwickelt der Entwurf einen klar definierten und identitätsstiftenden Ort der „Neuen Mitte“. Zwei prägnante, zweigeschossige Baukörper bilden ein adressbildendes Ensemble, das den neuen Festplatz räumlich fasst und gleichzeitig die Anforderungen von Feuerwehr und Bürgerhaus integriert. Die Fassade des bestehenden historischen Gebäudes im Nordosten wird in das Ensemble eingebunden, sodass Bestand und Neubau gemeinsam die räumliche Kante des Platzes bilden. Der Festplatz ist multifunktional angelegt: Er kann im Alltag als Parkplatz genutzt werden und bietet ausreichend Fläche für Veranstaltungen wie die Zirkus-Projektwoche der Limesschule. Begrünte Aufenthaltsbereiche, Möblierung sowie eine abgestufte Freiraumgestaltung mit Sitzstufen und Grünflächen schaffen hohe Aufenthaltsqualität. Die Haupteingänge von Bürgerhaus und Feuerwehr orientieren sich zum Platz und stärken dessen Rolle als gemeinschaftlicher Mittelpunkt. Die Architektur nimmt die Maßstäblichkeit und Typologie des gewachsenen Ortsbildes auf und interpretiert sie mit giebelständigen Baukörpern zeitgemäß. So entstehen eine starke Identität, klare Freiraumzonen und ein Ort des Ankommens, der Begegnung und der Identifikation.
Funktionales Konzept / räumliche Organisation und innere Abläufe
Die funktionale Organisation basiert auf Klarheit, Effizienz und einer konsequenten Trennung unterschiedlicher Nutzungen. Die Feuerwehr verfügt über kurze Wege und optimierte Abläufe zwischen Alarmierung, Umkleiden und Fahrzeughalle. Die räumliche Struktur folgt dem Prinzip der Schwarz-Weiß-Trennung und ermöglicht konfliktfreie Bewegungsabläufe. Alarmhof, Übungshof und Fahrzeugbewegungen sind logisch organisiert und klar voneinander abgegrenzt. Stabsraum sowie Funk- und Zentralenbereiche befinden sich an zentraler Position im Obergeschoss. Aufenthaltsräume, Büros und Schulungsflächen werden über einen Flur mit Blick in die Fahrzeughalle erschlossen und lassen aufgrund ihrer flexiblen Struktur unterschiedliche Anordnungen zu. Das Bürgerhaus ist als offener und vielseitig nutzbarer Baustein der Gemeinde konzipiert. Foyer, Saal und Gastronomie- bzw. Multifunktionsbereiche können sowohl gemeinsam als auch unabhängig voneinander genutzt werden. Über das helle, galerieartige Foyer gelangen Besucherinnen und Besucher in die unterschiedlichen Nutzungsbereiche, die sich zu einer teilüberdachten Terrasse mit Blick auf den Taunus öffnen. Bücherei, Jugendzentrum und Gewerbeflächen sind integriert, verfügen jedoch über eigene Zugänge. Vereinsräume befinden sich im Obergeschoss, ergänzt durch Technik- und mögliche Reserveflächen wie einen Yogaraum. Zusätzliche Technikflächen für das übergeordnete Energie- und Heizkonzept sind im Untergeschoss vorgesehen.
Konstruktion, Materialwahl und Fassade
Die Konstruktion folgt dem Prinzip der Angemessenheit und setzt auf robuste, wirtschaftliche und langlebige Lösungen. Die Neubauten sind als Massivkonstruktionen aus Ziegelmauerwerk, vorzugsweise aus Recyclingziegeln, geplant. Tragende und brandschutzrelevante Bauteile werden in Stahlbeton ausgeführt. Für die Dächer ist eine Holzkonstruktion mit Kupferblechdeckung und integrierten Photovoltaikelementen vorgesehen. Die ausdrucksstarken Ziegelfassaden verleihen dem Ensemble eine zurückhaltende und zugleich repräsentative Architektursprache. Klare Baukörper, präzise gesetzte Öffnungen und differenziert gestaltete Fassadentiefen sorgen für eine selbstverständliche Präsenz im Ortsbild. Im Inneren schaffen helle Räume, natürliche Materialien und ein abgestimmtes Farbkonzept eine hohe Aufenthaltsqualität sowie eine gute Orientierung für die Nutzerinnen und Nutzer.
Freiflächen
Der multifunktionale Vorplatz bildet das räumliche Zentrum des Ensembles und erschließt sowohl Feuerwehr als auch Bürgerhaus. Er dient als Veranstaltungs- und Festfläche und kann außerhalb von Veranstaltungen flexibel genutzt werden. Eine Sitzstufenanlage im Norden und Osten fasst den Platz räumlich und bietet gemeinsam mit partiellen Holzauflagen angenehme Aufenthaltsmöglichkeiten. Baumüberstandene Pflanzflächen mit integrierten Sitzgelegenheiten gliedern die großzügigen Freiräume und sorgen mit robusten Stauden- und Gräserpflanzungen über viele Monate hinweg für jahreszeitliche Akzente. Die Anordnung der Flächen berücksichtigt die Anforderungen größerer Veranstaltungen wie der Zirkus-Projektwoche der Limesschule. Die Funktionsbereiche der Feuerwehr sind sinnvoll organisiert und direkt vom Straßenraum erreichbar. Der südliche Parkplatz wird neu geordnet und weitgehend entsiegelt, um zusätzliche Baumpflanzungen zu ermöglichen. Rasengittersteine, Klimapflaster, Wiesenmulden und unterirdische Baumrigolen verbessern die Regenwasserbewirtschaftung und fördern die Vitalität der Vegetation. Entlang der Goethestraße entsteht ein baumbestandenes, blühendes Band, das den Parkplatz räumlich fasst, ökologisch aufwertet und den Übergang zur angrenzenden Umgebung gestaltet.
Kernbereich Ortenberg | Ortenberg (Hessen)
2. Preis | Neue Stadträume für Ortenberg
Ortenberg (Hessen)
In Zusammenarbeit mit Thomas Schüler Architekten und Stadtplaner
Die neue Ortsmitte
Die Wilhelm-Leuschner-Straße bildet seit jeher die Lebensader Ortenbergs. Diese zentrale Achse wird künftig weiter gestärkt und durch eine neue Gestaltung aufgewertet. Im Herzen des Ortes erhält Ortenberg entlang der Wilhelm-Leuschner-Straße ein neues Gesicht.
Ein neuer zentraler Platzraum entsteht als übersichtliche Drehscheibe, die wichtige Nutzungen und Stadtbereiche miteinander verbindet und zugleich eine neue Visitenkarte für den Ort darstellt. Dieser Platz bildet den Auftakt sowie das Eingangstor zur historischen Altstadt. Gleichzeitig werden der Marktplatz mit dem Bürgerhaus sowie das neue Rathaus städtebaulich und freiraumplanerisch integriert.
So entsteht an zentraler Stelle eine großzügige, nutzungsoffene Ortsmitte, die als identitätsstiftender Platzraum einen repräsentativen und kommunikativen Stadtraum schafft. Die Neubauten ergänzen das bestehende Gebäudeensemble und beleben den Platz durch ihre vielfältigen Nutzungen.
Das neue Rathaus und Rathausterrassen
Die neue Stadtverwaltung aus Alt- und Neubau bildet den zentralen Baustein des Gesamtkonzepts. Sämtliche Rathausfunktionen werden in einem gemeinsamen Komplex gebündelt. Die öffentlichen Freiräume zur Wilhelm-Leuschner-Straße sowie zum Herrngartengelände schaffen eine wichtige Verbindung zur Nidder.
Durch die Heranführung des Platzes an die Hangkante entsteht eine attraktive Aussichtssituation: Wie ein großes Landschaftsfenster öffnet sich der Blick auf die Nidder und die Hügel des Vogelsbergs – für alle Bürgerinnen und Bürger frei zugänglich. So entsteht ein markanter Ort mit hoher Identifikation und besonderer Einzigartigkeit.
Die vorhandene Steinmauer wird verlängert und bildet einen balkonartigen Terrassenbereich aus. Eine neue Freitreppe schafft eine direkte Verbindung zum renaturierten Nidderufer.
Als moderne Architektur setzt der Neubau ein spannungsvolles Gegenüber zum historischen Rathaus. Alt und Neu bilden gemeinsam ein prägnantes Gebäudepaar.
Das renaturierte Nidderufer
Das Hanggelände zum Herrngarten wird parkartig gestaltet und bildet einen landschaftlichen Trittstein, der sich in das Wegenetz des Ortes einfügt. Neue Verbindungen zum Nidderufer sowie zum Vulkanradweg entstehen.
Das Nidderufer wird renaturiert und über eine großzügige Sitzstufenanlage mit Steg zugänglich gemacht. Im Bereich der Sitzstufen und des Steges wird die Nidder aufgeweitet, sodass ein naturnaher Uferraum mit verbesserter Aufenthaltsqualität und erhöhter ökologischer Vielfalt entsteht. Dadurch wird die besondere landschaftliche Qualität betont und ein neuer Erholungsraum geschaffen.
Weitere Sitz- und Aufenthaltsflächen entlang des neuen Weges entlang der Nidder laden zum Verweilen ein und stärken die Aufenthaltsqualität dieses besonderen Freiraums.
Der Marktplatz
Der Marktplatz entwickelt sich künftig zu einem klar definierten, nutzungsoffenen Stadtraum, der vielfältige Aktivitäten aufnehmen kann. Hier finden gemeinschaftliche Feierlichkeiten, Märkte und Veranstaltungen ihren Platz.
Auf der Nordseite entsteht eine Zone mit Sitz- und Aufenthaltsflächen unter dem bestehenden, schattenspendenden Baumbestand. Der bestehende topografische Sprung wird dabei durch neu gestaltete Sitzstufen aufgegriffen und als terrassierter Aufenthaltsbereich erlebbar gemacht. Große Holzliegen setzen besondere Akzente und schaffen attraktive Orte zum Verweilen, Ausruhen und Begegnen mit hoher Aufenthaltsqualität.
Auf der Südseite werden Besucherstellplätze geschaffen, die bei Bedarf für Marktveranstaltungen freigehalten werden können oder für Besucherinnen und Besuchern des Bürgerhauses zur Verfügung stehen.
Wohnen in der Dorfmitte
Auf den derzeit noch bebauten Grundstücken entlang der Philipp-Glenz-Straße können schrittweise neue Gebäude entstehen. Diese fügen sich in Kubatur und Dachform harmonisch in das bestehende Ortsbild ein.
Geplant sind gemischt genutzte Gebäude mit Wohnnutzungen sowie gewerblichen Einheiten im Erdgeschoss. Sie bilden künftig den Zugang zur Altstadt und verleihen der Wilhelm-Leuschner-Straße ein modernes Gesicht. In den rückwärtigen Bereichen entlang der Philipp-Glenz-Straße entstehen ergänzend Hofhäuser, die vorwiegend für Wohnnutzungen vorgesehen sind und ein ruhiges, innenliegendes Wohnumfeld schaffen. Grüne Hofgärten ergänzen diese Wohnbereiche und schaffen hochwertige, geschützte Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität.
Verkehr
Auf dem Marktplatz entsteht eine neue Mobilitätsstation, die alle Funktionen der „sanften Mobilität“ bündelt. Dazu gehören Carsharing-Stellplätze, Leihfahrräder sowie Ladestationen für Elektromobilität. Gleichzeitig wird hier die Bushaltestelle „Ortenberg Mitte / Rathaus“ integriert.
Das Parkierungskonzept sieht insgesamt eine ausgewogene Verteilung der Stellplätze im Ortskern vor: 60 Stellplätze werden im Bereich des Marktplatzes angeordnet, 40 Stellplätze entstehen in der Tiefgarage des neuen Rathauses und weitere 50 Stellplätze im Bereich des Herrngartens. Dadurch werden die Parkierungsangebote dezentral organisiert und sinnvoll in die jeweiligen Nutzungsbereiche eingebunden.
Die Philipp-Glenz-Straße wird verkehrsberuhigt ausgebildet und ist künftig ausschließlich für Anwohner- und Lieferverkehr befahrbar. Dadurch wird der Durchgangsverkehr reduziert und die Aufenthaltsqualität im Quartier deutlich gestärkt.
Materialität
Die Materialität der neuen Ortsmitte knüpft bewusst an die historische Identität Ortenbergs an. Der zentrale Platz erhält ein hochwertiges, richtungsloses Natursteinpflaster, welches dem neuen Stadtraum eine dauerhafte, robuste und zugleich repräsentative Erscheinung verleiht. Durch die Verwendung langlebiger, wartungsarmer und ressourcenschonender Materialien wird zugleich ein nachhaltiger Beitrag zu einer zukunftsfähigen und wertbeständigen Ortsentwicklung geleistet.
Der charakteristische Belag der Altstadt wird gestalterisch aufgenommen und auf den neuen zentralen Platz weitergeführt. Dadurch entsteht eine selbstverständliche Verbindung zwischen historischem Ortskern und neuer Ortsmitte. Altstadt und neuer Platzraum wachsen zu einem zusammenhängenden Stadtraum mit hoher Wiedererkennbarkeit und besonderer Aufenthaltsqualität zusammen. An den Rändern der Grüninseln im neuen Stadtraum kommt versickerungsfähiges Pflaster mit offenen Rasenfugen zum Einsatz. Diese befestigten Flächen ermöglichen eine natürliche Versickerung des Regenwassers direkt vor Ort. Gleichzeitig schaffen die begrünten Fugen einen weichen Übergang zwischen Platzfläche und Vegetationsbereichen und unterstreichen den landschaftlichen Charakter des Stadtraums.
Der Marktplatz erhält eine robuste Asphaltdeckschicht, die eine langlebige, belastbare und pflegeleichte Oberfläche schafft. Dadurch eignet sich der Marktplatz besonders für wechselnde Nutzungen wie Wochenmärkte, Feste, mobile Bühnen, temporäre Aufbauten oder Befahrungen durch Liefer- und Einsatzfahrzeuge. Gleichzeitig entsteht eine ebene und barrierearme Fläche mit hoher Alltagstauglichkeit, die auch Raum für informelle Spiel- und Bewegungsangebote wie Fahrradfahren, Skaten oder weitere spontane Aktivitäten bietet. Der Parkplatzbereich wird mit versickerungsfähigem Pflaster ausgeführt, sodass Regenwasser direkt vor Ort in den Boden gelangen kann. Im Bereich der neuen Baumreihe entsteht zudem ein für den Marktplatz wichtiger Retentionsraum, der Niederschlagswasser temporär aufnimmt, zwischenspeichert und verzögert ableitet.
Der Herrngarten erhält einen belastbaren Schotterrasenbelag, der den funktionalen Anforderungen für Marktveranstaltungen, Feste und temporäre Nutzungen gerecht wird. Die Fläche bleibt befahrbar und widerstandsfähig, wirkt zugleich jedoch als begrünter Freiraum mit parkähnlichem Charakter. Schotterrasen verbindet Nutzbarkeit mit ökologischem Mehrwert: Die begrünte Oberfläche verbessert das Mikroklima, reduziert die Aufheizung gegenüber versiegelten Flächen und ermöglicht die natürliche Versickerung von Regenwasser. Gleichzeitig bleibt der Boden wasserdurchlässig und unterstützt die Grundwasserneubildung. Auch bei zeitweiser Überflutung erweist sich Schotterrasen als besonders robust. Überschüssiges Wasser kann aufgenommen, zwischengespeichert und verzögert abgeführt werden. Nach Rückgang des Wassers bleibt die Fläche schnell wieder nutzbar und dauerhaft funktionsfähig.
Regenwasser / Retention
Durch ein nachhaltiges Regenwassermanagement werden Oberflächenwasser gezielt gesammelt, zurückgehalten und zeitversetzt versickert bzw. gedrosselt in das System eingeleitet. Begrünte Flächen, offene Mulden und wasserdurchlässige Beläge tragen dabei zur Entlastung der Kanalisation bei und fördern die natürliche Wasserbilanz im Ortskern.
Gleichzeitig wird durch den hohen Anteil an entsiegelten und begrünten Flächen die Bildung von Hitzeinseln deutlich reduziert, da Verdunstung und Verschattung das lokale Mikroklima verbessern. Das Regenwasser wird in den Freiräumen zwischengespeichert, verzögert abgegeben und teilweise vor Ort versickert. Dadurch wird nicht nur die Überflutungsgefahr bei Starkregenereignissen reduziert, sondern auch eine kontrollierte und naturnahe Einbindung in den Wasserkreislauf sichergestellt.
Das Konzept entwickelt eine zukunftsfähige Ortsmitte für Ortenberg, die historische Strukturen mit neuen städtebaulichen Qualitäten verbindet. Durch die Neuordnung des Zentrums, die Aufwertung der Freiräume an der Nidder sowie die Stärkung des Marktplatzes entsteht ein vielseitig nutzbarer, identitätsstiftender Stadtraum.
Das Zusammenspiel von Wohnen, öffentlichen Nutzungen, Verkehr und Freiraum schafft eine neue Mitte mit hoher Aufenthaltsqualität, klarer Adressbildung und nachhaltiger Ausrichtung – als lebendiger Treffpunkt für die gesamte Stadtgemeinschaft.
Neubau eines Wohnhauses mit Mehrfachnutzung | Filderstadt-Bernhausen
2. Preis | Neubau eines Wohnhauses mit Mehrfachnutzung
Filderstadt-Bernhausen
In Zusammenarbeit mit ATELIER30 Architekten GmbH
Städtebau und Innere Organisation
Der Neubau positioniert sich als selbstbewusster städtebaulicher Baustein an der Ecke Bernhäuser Hauptstraße und Volmarstraße auf der Fläche des ehemaligen Parkplatzes. Er bildet den Auftakt und zugleich den räumlichen Abschluss der Fußgängerzone der Bernhäuser Hauptstraße und stärkt damit die städtebauliche Präsenz dieses wichtigen innerörtlichen Bereichs.
Der differenziert ausformulierte, L-förmige Baukörper reagiert sensibel auf den vorhandenen Kontext. Er nimmt sowohl die Höhenentwicklung als auch die Baufluchten der angrenzenden Bebauung auf und übersetzt den kleinteiligen, körnigen Bestand der Umgebung in eine zeitgemäße architektonische Struktur.
Der Ideenteil ergänzt das Ensemble selbstverständlich und schließt dieses mit seiner Querausrichtung zur Volmarstraße städtebaulich ab. Der markante viergeschossige Baukörper im Realisierungsteil bildet durch einen gezielten Rücksprung einen einladenden Vorplatz aus und markiert damit klar die öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss.
Über ein großzügig dimensioniertes Foyer werden sowohl der Veranstaltungsbereich als auch das Restaurant erschlossen. Beide Nutzungen orientieren sich bewusst zur Bernhäuser Hauptstraße und tragen damit zur Belebung des öffentlichen Raumes bei. Zusätzlich erhalten sowohl der Veranstaltungsbereich als auch das Restaurant einen eigenen Zugang vom Vorplatz. Dadurch können beide Nutzungen unabhängig voneinander betrieben werden, während gleichzeitig Synergien zwischen den Bereichen ermöglicht werden. Der Veranstaltungsbereich wird darüber hinaus durch eine Terrasse zum ruhigen gelegenen Innenhof ergänzt.
Im Foyerbereich befindet sich zudem das zentrale Treppenhaus, über das die Wohnungen in den Obergeschossen erschlossen werden. Das Treppenhaus ist sowohl von der Bernhäuser Hauptstraße als auch vom grün geprägten Innenhof aus zugänglich. Für die zukünftigen Bewohner entsteht dadurch ein direkter und unkomplizierter Zugang zum gemeinschaftlichen Freiraum. Der Innenhof fungiert als kommunikative Mitte des Quartiers und bietet Raum für Aufenthalt, Begegnung und nachbarschaftlichen Austausch.
Im Erdgeschoss befinden sich darüber hinaus sämtliche Nebenräume der Gastronomieküche sowie die zentralen WC-Anlagen. Ein Durchgang von der Volmarstraße verbindet den Innenhof auf kurzem Weg mit dem öffentlichen Straßenraum und stärkt damit die Durchlässigkeit des Quartiers.
Im längs angeordneten Bauteil sind zusätzliche Gewerbeflächen vorgesehen, die aufgrund ihrer flexiblen Struktur bei Bedarf problemlos teilbar sind. Ergänzt wird das Erdgeschoss durch einen Elektrofahrradraum, getrennte Müllräume sowie den Hausanschlussraum.
Die darüber liegenden Geschosse basieren auf einer klar strukturierten Grundrissorganisation mit einem Achsraster von etwa 3,00 m. Diese Struktur ermöglicht eine hohe Flexibilität bei der Ausbildung unterschiedlicher Wohnungstypologien. In jedem Geschoss können sowohl Zwei-, Drei- als auch Vierzimmerwohnungen realisiert werden. Rund 50 % der Wohnungen sind barrierefrei geplant, während die übrigen Wohnungen barrierearm ausgebildet werden. Alle Wohnungen verfügen zusätzlich über eine Loggia, die als geschützter privater Außenraum fungiert und die Wohnqualität deutlich erhöht.
Die Zufahrt zur Tiefgarage befindet sich im gewünschten Bereich im Nordosten des Grundstücks. In der Tiefgarage stehen insgesamt 24 Kfz-Stellplätze sowie ergänzende Kellerflächen für die Bewohner zur Verfügung. Die Staffelgeschosse reagieren im dritten Obergeschoss sensibel auf die Höhenentwicklung der Nachbarbebauung und stellen so einen harmonischen Übergang zum städtebaulichen Kontext her. Der Ideenteil reiht sich in seiner strukturellen Logik analog zum Realisierungsteil ein und gewährleistet damit eine klare architektonische Gesamtfigur.
Architektursprache, Fassadengestaltung, Konstruktion
Der Neubau formuliert einen Stadtbaustein, der das Ende der Fußgängerzone markiert und zugleich als Gelenk zur Volmarstraße fungiert. Die Erdgeschosszone ist offen und einladend, die Architektur ist durch die Materialität der Fassade, Transparenz und die Verzahnung mit dem Standort geprägt. Das Planungskonzept basiert auf den Grundsätzen des nachhaltigen Bauens.
Die Konstruktion ist in Hybridbauweise geplant. Das Untergeschoss, die Treppenhauskerne und die brandschutzrelevanten Bauteile sind als Beton-Massivkonstruktion vorgesehen. Die Gebäudeaussteifung erfolgt über die Erschließungskerne.
Das Erdgeschoss setzt sich als Gebäudesockel von der Kubatur ab und ist mit einer robusten Oberfläche aus vorgefertigten Betonelementen verkleidet. Die Fassadenelemente der Obergeschosse sind hochgedämmt und mit einer hinterlüfteten Holzschalung bekleidet. Alle Glasflächen erhalten einen außenliegenden Sonnenschutz.
Ökologisch-energetisches Konzept, Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit
Analog zum Gebäudekonstruktionskonzept, bei dem mit der Holzhybridbauweise die Materialien dort eingesetzt werden, wo es sinnvoll/wirtschaftlich ist und sowohl die Vorteile des Massivbaus als auch die des Holzbaus genutzt und miteinander kombiniert werden, soll auch das Haustechnikkonzept darauf ausgerichtet sein, bei minimiertem Einsatz technischer Systeme eine hohe Gesamteffizienz zu erreichen (Low-Tech vor High-Tech).
Konzeptionelle Grundsätze für Nachhaltigkeit und den wirtschaftlichen Gebäudebetrieb:
- Hybrid-Konstruktion mit hohem Vorfertigungsgrad
- Verwendung recyclingfähiger und natürlicher Baustoffe
- sehr gut gedämmte Gebäudehülle
- robuste und nachhaltige Fassadenoberflächen
- gute und gleichmäßige Tagesbelichtung
- optimierter sommerlicher Wärmeschutz durch Außenjalousien
- Heizen und Kühlen (passive Kühlung) mittels Wärmepumpentechnik (keine fossilen Brennstoffe)
- Einsatz von Photovoltaik und ggf. Solarthermie
- Einsatz effizienter Anlagenkomponenten mit Wärmerückgewinnung
- Begrünung der Dachflächen unter den Aspekten der Biodiversität und Unterstützung des Mikroklimas
Die Herstellung des Gebäudes mit einem hohen Vorfertigungsgrad lässt eine wirtschaftliche Errichtung des Bauwerks erwarten. Auf der Basis – Verwendung kreislauffähiger Materialien und Baustoffe, Energieeffizienz und Low-Tech – kann ein nahezu klimaneutrales Gebäude realisiert werden, welches einen vorbildlichen Beitrag zum Klimaschutz leistet.
Freiraum
Der Vorplatz bildet die räumliche Adresse des Gebäudes und markiert den Eingangsbereich der öffentlichen Nutzungen. Gleichzeitig kann er vom Restaurant für eine Außenbestuhlung genutzt werden und trägt damit aktiv zur Belebung der Bernhäuser Hauptstraße bei. Der Platz kann als räumliche Erweiterung der gegenüber liegenden Fußgängerzone verstanden werden und stärkt die Verzahnung der öffentlichen Freiräume.
Der Innenhof wird als grüner, gemeinschaftlich nutzbarer Freiraum gestaltet. Unterschiedliche grüne Inseln schaffen Aufenthaltsqualitäten und bieten vielfältige Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Bewohner. Durch gezielte Pflanzungen von Bäumen sowie heimischen Sträuchern entstehen schattenspendende Bereiche, die insbesondere in den Sommermonaten zu einer hohen Aufenthaltsqualität beitragen. Ein gemeinschaftliches Grilldeck ergänzt das Freiraumangebot und ermöglicht vielfältige Nutzungen für die zukünftigen Bewohner. Der Ideenteil schließt sich gestalterisch mit derselben freiraumplanerischen Sprache an und bildet so ein zusammenhängendes Freiraumgefüge. Großzügig dimensionierte Rasenflächen bieten zusätzlich Raum für Spiel, Bewegung und informelle Begegnungen und unterstützen die Ausbildung eines lebendigen, gemeinschaftlichen Wohnumfelds.
Wohnen im Ortskern | Hannover-Davenstedt
1. Preis | Wohnen im Ortskern
Hannover-Davenstedt
In Zusammenarbeit mit Office03
Städtebauliche Idee
Das Gemeindeareal befindet sich im Ortskern von Davenstedt. Davenstedt wurde 1970, nachdem es bereits seit 1920 ein Ortsteil von Linden war, in die Stadt Hannover eingemeindet. Im Bestand befindet sich das Kirchenzentrum St. Johannes in einem parkähnlichen Gelände. Zwischen den Straßen Altes Dorf und Langrederstraße sowie einem Fußweg im Süden liegen die Evangelisch-lutherische St.-Johannes-Kirche mit Büro- und Gemeinderäumen aus dem Jahr 1988 in räumlicher Nähe zu den Gebäuden des Gemeindehauses und des Pfarrhauses aus dem Jahr 1966.
Die Bestandsbauten des Pfarrhauses und des Gemeindehauses bilden mit ihrem Fußabdruck die äußersten Rahmenbedingungen der neuen städtebaulichen Setzung. Die Neubauten orientieren sich an diesen äußeren Linien und verschwenken innerhalb des Baufeldes um die bestehenden großkronigen, schattenspendenden Bäume. Dadurch entsteht ein harmonisches Ensemble. Der offene Innenhof mit Aus- und Durchblicken bildet dabei das landschaftliche Pendant zum steinernen, roten Eingangshof der Kirche.
Hochbauliches Entwurfskonzept
Prägend für das Ortsbild sind die vitalen Bestandsbäume. Esskastanien, Ebereschen, Walnussbäume, Eichen, Hainbuchen und Kirschbäume bilden einen grünen Rahmen für eine weitgehend von den Straßenführungen losgelöste Entwicklung des Geländes. Die drei Gebäude stehen als freistehende Baukörper in der Parklandschaft. Grundlage ihrer Positionierung sind die Kronen- und Wurzelräume der Bäume sowie die Fundamente und Bodenplatten der Bestandsgebäude.
Die Gebäude weisen eine besondere Zweiseitigkeit auf: Auf der einen Seite treten sie zweigeschossig, auf der anderen dreigeschossig in Erscheinung. Dadurch wird eine wirtschaftliche und zugleich städtebaulich verträgliche Entwicklung ermöglicht. Die Bebauung fügt sich in die Eigenart der Umgebung ein. Die zweigeschossigen Gebäudeteile orientieren sich nach außen und reichen teilweise bis unter die Randbereiche großkroniger Bäume. Sie vermitteln zwischen Gebäude und Umgebung. Diese Fassaden werden mit vorgehängten Ziegelfassaden gestaltet, die durch begrünte Seilkonstruktionen eine zeitgemäße und wirtschaftliche Weiterentwicklung erfahren und sich zurückhaltend in das Parkkonzept integrieren.
Nach innen formen die Gebäude einen dreigeschossig gerahmten, grünen Erschließungshof. Die anthrazitfarbenen Holzfassaden erzeugen dabei einen landschaftlichen Charakter. Der Hof dient als Ort der Begegnung und stärkt das Wohnen im Park.
Die Gebäude bestehen aus drei Geschossen: dem Erdgeschoss mit den Eingängen, dem ersten Obergeschoss mit jeweils drei Wohnungen sowie dem zweiten Obergeschoss als Staffelgeschoss mit jeweils zwei Wohneinheiten. Die einfachen Baukörper sind flexibel aufteilbar, sodass der Wohnungsmix an den jeweiligen Bedarf angepasst werden kann. Im größten Baukörper, der von öffentlichen Räumen umgeben ist, befindet sich die Praxis einer Kinderärztin mit eigenem Patientengarten im Park. Dieser Garten ist von der Anmeldung aus einsehbar. Eine spätere Umnutzung der Praxis zu Wohnzwecken ist möglich.
Baurechtlich sind die Gebäude zweigeschossig und in einer den Kirchengebäuden von Karl-Heinz Muth verwandten Architektursprache entwickelt. Die Staffelgeschosse erhalten Pultdächer. Die Materialität aus roten Ziegeln für Dach und Fassade wird durch hinterlüftete Ziegelfassaden und Solarziegelsysteme zeitgemäß weiterentwickelt.
Abgesehen von einer Wohneinheit sind alle 19 Wohneinheiten förderfähig konzipiert. Im Erdgeschoss befinden sich außerdem zwei rollstuhlgerechte Wohnungen.
Die Freianlagen umschließen die drei Baukörper zu einem zusammenhängenden Park, der den vorhandenen Großbaumbestand integriert und die Qualitäten des Ortes hervorhebt. Der zentrale Erschließungsweg wird bewusst zurückhaltend gestaltet. Er dient sowohl der Erschließung der Gebäude als auch als Verbindung zwischen Straße und Kirche. Diese Doppelfunktion wurde bewusst gewählt, um die versiegelten Flächen auf ein Minimum zu reduzieren.
Für nachbarschaftliche Begegnungen entstehen zwei kleine Plätze: Einer mit Sitzgelegenheiten und Raum für kleinere Feste, der andere mit einem Spielbereich.
Das anfallende Regenwasser wird vollständig auf dem Grundstück zurückgehalten. Die Freianlagen werden so gestaltet, dass sich an mehreren Stellen Mulden ausbilden, in denen das Regenwasser der Steildächer gesammelt, versickert und verdunstet. Dadurch wird das Mikroklima nachhaltig verbessert.
Räumlich-organisatorische Beziehungen
Grundlage des Entwurfes ist die attraktive stadträumliche Verbindung zwischen dem Parkplatz entlang der Langrederstraße, der zwischen zwei bestehenden 40 bis 100 Jahre alten Hainbuchen liegt, dem Kircheneingang und der Straße Altes Dorf.
Der Entwurf differenziert die Gebäude nach innen und außen. Die Eingänge der drei Gebäude reihen sich entlang des Weges auf und bilden kleine Erschließungstaschen. Die überdachten Eingangsbereiche schaffen halböffentliche Räume, von denen aus die Treppenhäuser erschlossen werden. In diesen Bereichen sind jeweils Sitzgelegenheiten und Fahrradabstellmöglichkeiten vorgesehen.
Haus 1 besitzt eine Grundfläche von 15 × 20 Metern. Im Erdgeschoss befindet sich die Praxis der Kinderärztin, während die Sozialräume im ersten Obergeschoss untergebracht sind. Haus 2 und Haus 3 sind nahezu baugleich mit einer Breite von 13,10 Metern und Längen von 20,00 beziehungsweise 21,00 Metern.
Die Wohnungen werden über Treppenhäuser erschlossen, die im Dachgeschoss an die Außenfassade grenzen und dadurch gut entlüftet sowie entraucht werden können. Die Grundrisse sind flexibel gestaltbar: Von einer einzelnen Wohnung mit Cluster-Sonderwohnform pro Geschoss bis hin zu fünf kleineren Wohneinheiten sind unterschiedliche Wohnkonzepte möglich, die sich im Holzbau auch problemlos kombinieren lassen.
Umgang mit dem Bestand
Das Pfarrhaus und das Gemeindehaus wurden 1966 in der damals innovativen Elementbauweise mit 100 Millimeter starken Holzrahmenkonstruktionen errichtet. Aufgrund veränderter Nutzungsanforderungen und energetischer Defizite ist ein Erhalt der oberirdischen Gebäudestrukturen weder wirtschaftlich noch technisch sinnvoll.
Die Elementbauweise bietet jedoch durch ihre modulare und standardisierte Struktur erhebliche Vorteile für den Rückbau. Die Bauteile lassen sich präzise trennen, sodass die übliche Praxis eines ungeprüften Totalabrisses hinterfragt werden kann. Im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes wird das Vorhaben daher als selektiver und substanzschonender Rückbau umgesetzt. Ziel ist es, die graue Energie der vorhandenen Materialien zu erhalten und CO₂-Emissionen durch die Einsparung von Primärbaustoffen zu reduzieren.
Direkte Wiederverwendung (Reuse)
Die in Dachstühlen und Deckenkonstruktionen verbauten Hölzer werden möglichst zerstörungsfrei demontiert. Nach Qualitäts- und Schadstoffprüfung werden sie einer direkten Wiederverwendung als tragende oder gestalterische Bauteile zugeführt.
Die Weiternutzung bestehender Fundamente und Bodenplatten wird intensiv geprüft. Sofern die statischen Voraussetzungen erfüllt sind, verbleiben diese Bauteile im Boden und dienen als Grundlage für die Neubauten.
Zuführung zum Baustoffkreislauf (Urban Mining)
Gut erhaltene Elemente der Gebäudehülle oder Tragstruktur werden katalogisiert und über regionale Baustoffbörsen für andere Bauvorhaben zur Wiederverwendung angeboten.
Sortenreine Trennung und Materialrecycling
Die Gebäude werden von innen nach außen entkernt. Eventuell vorhandene Schadstoffe werden vorab fachgerecht saniert und entsorgt.
Beton- und Ziegelbestandteile, Metalle, Kunststoffe und Glas werden bereits auf der Baustelle konsequent voneinander getrennt.
Anfallender Betonbruch aus der Elementbauweise wird zu Recycling-Gesteinskörnung aufbereitet und dem regionalen Baustoffkreislauf wieder zugeführt.
Ideenteil Flurstück 27/24
Der Kirchengarten bietet Raum für vielfältige Veranstaltungen wie Gartencafés, Jugendgruppenangebote, Kinoabende, Gemeindefeste, Lesungen oder Konzerte. Diese Nutzungen profitieren von einer erhöhten Privatheit. Daher wird bewusst auf einen zusätzlichen Fußweg durch das Gelände verzichtet. Stattdessen wird der Garten durch dichte Randbepflanzungen gefasst und durch kreissegmentförmige Heckenkörper räumlich gestärkt. Diese schaffen zugleich Möglichkeiten zum Spielen und Toben zwischen den Pflanzstrukturen. Der bestehende öffentliche Fußweg südlich des Grundstücks wird ergänzend aufgewertet.
BOMA+ | Braunschweig
2. Preis | BOMA+
Braunschweig
In Zusammenarbeit mit STAUTH Architekten Partnerschaftsgesellschaft mbB
Ausgangslage und Leitidee
Das Wettbewerbsgebiet bildet einen zentralen Übergangsraum zwischen Bohlweg, Schlosscarée, Schloss-Arkaden und dem historischen Magniviertel. Heute ist dieser Stadtraum von überdimensionierten Verkehrsflächen, hohen Versiegelungsgraden und mangelnden Blick- und Wegebeziehungen geprägt. Insbesondere die abschottende Architektur des Horten-/Galeria-Bestands sowie die bestehende Gestaltung der Haltestelle „Schloss“ verhindern eine selbstverständliche Verknüpfung mit dem angrenzenden Magniviertel.
Der Entwurf verfolgt daher das Ziel, diesen wichtigen Innenstadtbereich räumlich, funktional und atmosphärisch neu zu ordnen. Unter der Leitidee „Öffnen, Verbinden, Begrünen“ wird der bisher zergliederte Verkehrsraum in ein zusammenhängendes urbanes Platz- und Freiraumgefüge transformiert. Der motorisierte Individualverkehr wird deutlich reduziert und im Shared-Space-Prinzip mit je einer Fahrspur pro Richtung auf die Westseite des Bohlwegs verlagert; der Bereich am Ritterbrunnen wird vom Durchgangsverkehr befreit. Neue Wegeverbindungen, niveaugleich durchgepflasterte Straßenräume und helle, akzentuierende Pflasterbänder in Ost-West-Richtung stärken die visuelle und funktionale Verbindung zwischen Innenstadt, Schlossplatz und Magniviertel. Pocket-Parks im Norden und Süden, begrünte Aufenthaltsbereiche sowie Außengastronomie im Grünen erhöhen die Aufenthaltsqualität und machen das Magniviertel wieder sichtbar und erlebbar.
Mit der Wiederherstellung des historischen Ackerhofportals und der Schaffung einer attraktiven fußläufigen Verbindung zwischen Magniviertel und Schloss-Arkaden wird die historische Wegebeziehung gestärkt und der Stadtraum neu verknüpft. Der Wiederaufbau soll dabei durch den Verkauf der Horten-Kacheln an die Bürger finanziert und als gemeinschaftlich getragenes Projekt in der Stadtgesellschaft verankert werden.
Städtebau und Hochbau
Der Entwurf sieht drei eigenständige, maßstäblich differenzierte Baukörper vor, die historische Wegebeziehungen aufnehmen und eine neue Mitte zwischen Innenstadt und Magniviertel schaffen. Die Baukörper staffeln sich innerhalb des städtischen Kontextes in ihrer Höhe von bis zu sieben Geschossen an der Nordwestecke zum Schlossplatz hin über das Magniviertel auf fünf Geschosse ab und fassen zwei kleine neue Stadtplätze, die als vermittelnde Übergangsräume in das Quartier wirken.
Die Erdgeschosszonen werden mit zwei großen publikumsorientierten sowie weiteren kleinteiligen Nutzungen belebt. Vorgesehen sind Einzelhandel, kleine Gastronomieangebote, soziale und kulturelle Einrichtungen, Dienstleistungen sowie quartiersbezogene Angebote, die einen lebendigen und maßstäblichen Übergang zur kleinteiligen Struktur des Magniviertels herstellen. Als frequenzstarke Anziehungspunkte fungieren im Norden der „LöwenDome“ als Trendsportcenter über Erdgeschoss und erstes Obergeschoss – gekoppelt an die Idee, Dennis Schröder als Leitfigur einzubinden – sowie im südwestlichen Baukörper der Eingang zu einem IKEA City mit ergänzender Markthallennutzung im ersten Untergeschoss.
In den Obergeschossen entsteht eine differenzierte Nutzungsmischung aus Büro, Hotel, Wohnen, Mikro- bzw. Business-Apartments und betreutem Wohnen. Lärmintensivere Fassadenlagen am Damm und an der Georg-Eckert-Straße werden überwiegend gewerblich genutzt, während an den ruhigeren Gebäudeseiten Wohnnutzungen angeordnet sind. Der kleinste Baukörper vermittelt zum Magniviertel und nimmt familiengerechte Wohnungen auf. Ein Restaurant im sechsten Obergeschoss mit intensiv begrüntem Dachgarten und Stadtbalkon bildet einen besonderen städtischen Anziehungspunkt mit Ausblick über Schlossplatz und Innenstadt.
Erschließung und Mobilität
Bewährte Teile der Bestandserschließung werden erhalten und in das neue Quartier integriert. Dazu zählen insbesondere die Anbindung an die Magni-Tiefgarage im Untergeschoss sowie der bestehende Fußgängertunnel vom Damm, der gestalterisch modernisiert und funktional aufgewertet wird. Die IKEA-Markthallennutzung im ersten Untergeschoss wird sowohl über das Erdgeschoss als auch über den ehemaligen Horten-Tunnel erschlossen und so optimal mit Innenstadt, ÖPNV und bestehender Tiefgaragenstruktur verknüpft.
Im zweiten Untergeschoss werden rund 140 PKW-Stellplätze für Bewohner, Hotel, Büro und Gewerbe untergebracht. Ergänzend entsteht im Norden ein zentraler Fahrradraum mit rund 230 Stellplätzen in Doppelparksystemen, erschlossen über einen Aufzug an der Georg-Eckert-Straße und komfortabel aus allen Gebäuden über das zweite Untergeschoss erreichbar. Weitere rund 150 öffentliche Fahrradstellplätze werden im Außenraum angeboten. Eine neue, von außen zugängliche Aufzugs- und Treppenanlage ermöglicht zudem eine barrierefreie Nutzung der Magni-Tiefgarage rund um die Uhr.
Haltestelle und öffentlicher Raum
Die Straßenbahnhaltestelle „Schloss“ wird transparent und filigran neugestaltet. Eine gezielte Unterbrechung der Überdachung in der Sichtachse zwischen Damm und Magniviertel stärkt die visuelle Durchlässigkeit und betont die neue Wegeverbindung. Durch den Rückbau der östlichen Fahrspuren wird der östliche Haltestellenbereich künftig direkt und sicher an das Quartier angebunden, ohne zusätzliche Querung von Fahrbahnen.
Bauabschnitte – Städtebau und Freiraum
Die Realisierung des neuen Quartiers erfolgt in drei aufeinander abgestimmten Bauphasen, die Schritt für Schritt Stadtstruktur und Freiraum neu ordnen und erlebbar machen. So wächst das Projekt in klar lesbaren Etappen zu einem neuen urbanen Mittelpunkt heran und kann rechtzeitig zum 1.000-jährigen Stadtjubiläum von Braunschweig im Jahr 2031 vollendet werden.
Im ersten Bauabschnitt bis 2028 wird die neue städtebauliche Raumkante zum Schlossplatz durch die Errichtung des nördlichen Baukörpers ausgebildet. Parallel entsteht der eingeschossige Innenhof des südwestlichen Baukörpers. Durch die Wiederverwendung der prägenden Horten-Kacheln erhält das Interimsbauwerk eine identitätsstiftende temporäre Gestaltung und ermöglicht bereits frühzeitig eine attraktive Erschließung der Nutzungen im ersten Untergeschoss. Zur visuellen Wiederaufnahme historischer Wegebeziehungen werden die Grundflächen der späteren Baukörper als begrünte Streuwiesen angelegt und machen die zukünftige Quartiersstruktur bereits im Stadtraum ablesbar. Zeitgleich erfolgt der Umbau der Haltestelle „Schloss“. Die Verkehrsflächen werden niveaugleich durchgepflastert, wodurch ein zusammenhängender Stadtraum entsteht. Während der Übergangszeit bleibt der Verkehr auf der Ostseite der Haltestelle – bei reduzierter Fahrspur – weiterhin in Nordrichtung möglich, jedoch bereits verkehrsberuhigt.
Im zweiten Bauabschnitt bis 2030 werden die wesentlichen städtebaulichen und freiraumplanerischen Qualitäten umgesetzt. Die Straße am Ritterbrunnen wird zugunsten eines schattigen, begrünten Fußgängerbereichs zurückgebaut. Nebelfelder erhöhen die Aufenthaltsqualität in den Sommermonaten. Im Norden entsteht ein autofreier Stadtpark mit hoher Aufenthaltsqualität, während im Süden ein begrünter Pocket-Park das Freiraumangebot ergänzt. Entlang des Bohlwegs bildet eine grüne Pufferzone einen angenehmen Übergang zwischen Außengastronomie und Verkehrsraum.
Im dritten Bauabschnitt bis 2031 wird die Gesamtmaßnahme fertiggestellt. Der dritte Baukörper ergänzt das Quartier und vollendet die räumliche Fassung der neuen Stadtplätze. Gleichzeitig werden Teile der Georg-Eckert-Straße zu Radwegen umgebaut und begrünt, während der motorisierte Individualverkehr weiter reduziert wird.
Zukunftsvision ab 2035+
Mit Blick auf das Jahr 2035 wird die Transformation des Bohlwegs zu einem weitgehend autofreien Stadtraum angestrebt. Der Straßenraum wandelt sich von einer verkehrsdominierten Infrastruktur zu einem urbanen Aufenthalts- und Bewegungsraum mit klarer Priorisierung nachhaltiger Mobilitätsformen. Künftig ist die Nutzung im Wesentlichen dem öffentlichen Personennahverkehr sowie dem Radverkehr vorbehalten.
Dachgarten und Stadtbalkon
Angrenzend an das Restaurant entsteht eine intensiv begrünte Dachlandschaft als hochwertiger urbaner Freiraum. Sitzbereiche, Außenbar, Bäume und Aussichtspunkte schaffen vielfältige Aufenthaltsqualitäten mit Blick über die Stadt. Ergänzt wird dieses Angebot durch einen Stadtbalkon, der einen besonderen Ort für Aufenthalt und Beobachtung des städtischen Geschehens bildet.
Belichtung, Flexibilität und Nutzung
Trotz vergleichbarer Bruttogrundfläche zur Bestandsimmobilie verdreifacht der Neubau die belichtete Fassadenfläche. Dadurch entstehen helle, flexible Raumstrukturen mit hoher Aufenthalts- und Arbeitsqualität. Die Nutzungsmischung des Quartiers ist bewusst heterogen angelegt, um langfristig auf unterschiedliche Anforderungen reagieren zu können. Große Publikumsmagneten wie der „LöwenDome“ und IKEA City werden durch kleinteilige Angebote ergänzt, die einen lebendigen Übergang zum Magniviertel schaffen. Wohnangebote für unterschiedliche Nutzergruppen – darunter Familien, Senioren und mobile Berufsgruppen – runden das Konzept ab und interpretieren das urbane Wohnen im Sinne eines lebendigen, durchmischten Quartiers des 21. Jahrhunderts neu.





























































