Anne-Frank-Gesamtschule

Düren

Auftraggeber: Stadt Düren
Kosten: 989.000 Euro
Fläche: 4.300 qm
Leistungen: Lph 1 – 7 (8)
Zeitraum: 2020 – 05/2026
Beteiligte: BFT Planung GmbH, Troi Architekten, förder Landschaftsarchitekten (Bauleitung vor Ort)

 

Mit der Neugestaltung der Außenanlagen der Anne-Frank-Gesamtschule in Düren ist ein zeitgemäßer Schulcampus entstanden, der Architektur und Landschaft zu einem ganzheitlichen Erlebnis verbindet. Das Freiraumkonzept knüpft sensibel an die vorhandenen Strukturen an, integriert den wertvollen Baumbestand und ergänzt diesen durch neue Pflanzungen. So entsteht ein differenzierter Außenraum, der Identität stiftet und gleichzeitig vielfältige Nutzungen ermöglicht.

Im Kontrast zum offenen Bestandsschulhof wurde südlich des Neubaus ein grüner, kleinteiliger Freiraum mit hoher Aufenthaltsqualität entwickelt. Aufenthalts- und Erschließungsflächen greifen dabei die Architektursprache des Gebäudes auf: Ein prägnantes Streifenmotiv, abgeleitet von der Fassadengestaltung, strukturiert die Freianlagen und verbindet unterschiedliche Nutzungsbereiche zu einem starken gestalterischen Ganzen. Durch die Kombination verschiedener Pflasterformate entsteht eine grafische Oberfläche, die Orientierung schafft, Wegeverbindungen hervorhebt und dem Campus eine unverwechselbare Identität verleiht.

Besondere Qualitäten entstehen in den hofartigen Freiräumen vor den Fachbereichen Musik und Handwerk. Großzügige Sitzelemente fassen die Bereiche räumlich, schaffen Orte für Begegnung und Aufenthalt und eröffnen zugleich neue Möglichkeiten für Unterricht, Aufführungen und Veranstaltungen im Freien. Im Werkhof wurde ein bestehender Brunnen in das neue Gestaltungskonzept integriert und als identitätsstiftendes Element neu interpretiert. So werden vorhandene Qualitäten bewahrt und mit einer zeitgemäßen Nutzung verbunden.

Die landschaftliche Gestaltung folgt einem klaren räumlichen Aufbau: Aufenthaltsfreundliche Rasenflächen gehen in artenreiche Wildblumenwiesen über, die als ökologisch wertvoller Grünsaum das Schulgelände begleiten. Entlang der Straße entsteht dadurch eine durchgehende, abwechslungsreiche Grünzone, die den Campus gegenüber dem öffentlichen Raum abschirmt und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität leistet. Außerhalb der Unterrichtszeiten bleibt der südliche Freiraum zugänglich und schafft einen echten Mehrwert für das umliegende Quartier.

Auch der Bestandsschulhof wurde gestalterisch und funktional neu gedacht. Das Streifenmotiv wird hier als farbige Markierung auf der Asphaltfläche weitergeführt und verbindet Alt- und Neubau zu einem gemeinsamen Freiraum. Die grafischen Elemente schaffen nicht nur eine starke visuelle Identität, sondern fördern zugleich informelles Spiel und Bewegung. Unter der prägenden Bestandseiche entstand ein großzügiges Holzdeck, das den Baum schützt und zugleich einen besonderen Aufenthaltsort im Herzen des Schulhofs schafft.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Förderung von Bewegung und selbstbestimmtem Spiel. Großzügige Kletter- und Bewegungsangebote eröffnen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für unterschiedliche Altersgruppen. Statt vorgegebener Spielabläufe bietet die neue Spiellandschaft Raum für Entdeckung, Kreativität und körperliche Herausforderung.
Im innenliegenden Hof des Neubaus sorgt eine üppige, naturnahe Bepflanzung mit mehrstämmigen Gehölzen, Stauden und Gräsern für eine lebendige grüne Atmosphäre. Extensive und intensive Dachbegrünungen ergänzen das ökologische Gesamtkonzept und schaffen zusätzliche Freiräume mit klimatischem Mehrwert.

Ein durchdachtes Entwässerungskonzept, barrierefreie Erschließungsstrukturen sowie eine hochwertige Beleuchtung runden die Planung ab und gewährleisten eine nachhaltige Nutzung über den gesamten Tagesverlauf hinweg.

So entstand ein robuster und zugleich fein differenzierter Schulfreiraum, der Lernen, Bewegung und Begegnung fördert, die bestehende Architektur mit dem Neubau verbindet und dem Schulstandort eine starke, zukunftsfähige Identität verleiht.