FORUM Kommunikationszentrum | Jena

© Behnisch Architekten

2. Preis | FORUM Kommunikationszentrum

Jena

Mit dem Kommunikationszentrum Forum schafft die Friedrich-Schiller-Universität im Stadtzentrum von Jena, zwischen dem Inselplatz-Campus im Osten und dem historischen Stadtzentrum im Westen, ein nach ökologischen Richtlinien geplantes Gebäude für attraktive Begegnungs- und Arbeitsmöglichkeiten zwischen den Studierenden und Lehrenden. Auch Tagungen, Ausstellungen, gastronomische Einrichtungen und Übernachtungsmöglichkeiten werden hier ihren Platz finden.

Der Freiraum wird nicht nur als Wegeverbindung gesehen, sondern als Kommunikations- und Aufenthaltsort interpretiert, der sich offen und einladend präsentiert. Diese stadträumliche Fuge und das FORUM empfangen Studierende, WissenschaftlerInnen und Interessierte und begleiten diese während ihres Aufenthaltes in Jena. Eine ‚welcome area‘ im östliche EG-Bereich lässt sich zum Platz hin öffnen und erweitern, was die Flexibilität der Nutzung erhöht und Innen- und Außenraum verbindet.

Auf der nördlichen Seite wird die Treppenanlage zu den tieferliegenden Notausgangsgängen verlegt und mit der Grünfläche und einer großzügigen Bank entsteht hier ein zusätzlicher Aufenthaltsbereich mit direktem Bezug zum Platz und zum FORUM.

© GTL, Behnisch Architekten
© GTL, Behnisch Architekten

Das Café im westlichen EG-Bereich liegt leicht abgesenkt gegenüber der Wegfläche und dem Platz im Westen. Hier entsteht mit Sitzstufen und Lauftreppe ein Übergang, der ebenfalls zum Verweilen einlädt.

Der Platz im Westen wird vorerst noch zum Parken genutzt. Die geforderten 14 Stellplätze werden jedoch so angeordnet, dass die Belagsflächen und ein Teil der Baumpflanzungen bereits im ersten Schritt realisiert werden können.

Im zweiten Schritt wird es dann weitere Baumpflanzungen und eine Ergänzung der Möblierung geben, sodass hier ein kleiner befestigter Stadtplatz entsteht. Die Wegeflächen werden mit zwei unterschiedlichen Materialien gestaltet. Vorhandener Naturgroßstein und neue, großformatige Plattenbeläge symbolisieren die Verbindung aus Geschichte und Zukunft. In dem Plattenband, welches diese Bereiche trennt, werden Bänke und Stufen vor dem Café angeordnet.


Rathausmarkt | Bebra

1. Preis I Rathausmarkt

Bebra

Für den Rathausmarkt wird ein zeitgemäßes Freiraumkonzept entwickelt, welches insbesondere Klarheit und das Ordnen von Funktionen und Räumen vorsieht. Hierbei entsteht durch das Verbinden unterschiedlicher Raumstrukturen, eine beruhigte Ortsmitte mit multifunktionalem Platz. Eine großzügige Treppenanlage mit platzierten Bänken bieten den Passanten die Möglichkeit zum Entspannen mit Blick auf den Markt und das Rathaus, sowie dem beruhigenden Plätschern des Wasserspiels der Springbrunnenanlage zu lauschen. Die bestehenden Bäume werden durch Weitere ergänzt, um für eine optische und akustische Trennung zwischen Straße und Markt zu sorgen.

Verkehr

Der Hauptaufenthaltsort ist frei vom Pkw-Verkehr und ideal fürkleine Veranstaltungen oder einem Markt. Der neue Rathausmarkt ist vorwiegend fürFußgänger vorgesehen. Über die Terrasse an der Nürnberger Straße kann der Markt per Auto und Fahrrad erreicht werden. Für Fahrradfahrer befinden sich hier Fahrradstellplätze. An der nördlichen Seite besteht ein barrierefreier Zugang, der auch durch Anlieger und Feuerwehr genutzt werden kann und im Süden können so die Geschäfte von der Nürnberger Straße erreicht werden. Gesichert wird der Platz durch die bestehenden Poller. An der nördlichen Ecke können die bestehenden Parkplätze durch eine E-Ladesäule ergänzt werden, wodurch der Rathausmarkt an Attraktivität und Moderne gewinnt.

Material und Ausstattung

Aktuell liegen vor den Gebäudefassaden unregelmäßige Pflaster- und Vegetationsstrukturen. Der Freiraum wir durch ein gezieltes Einsetzen unterschiedlicher Bodenbeläge und Materialien definiert um Nutzungs- und Funktionsbereiche zu markieren und gleichzeitig ein einheitliches abgestimmtes Erscheinungsbild zu erreichen. Der Bereich aus Großsteinpflaster markiert den Bewegungsraum zwischen den angrenzenden Geschäften, dem Rathaus und der Straßen. Der innere Platz aus Naturstein bildet den Aufenthaltsraum und bietet Platz für Märkte, Feste und weitere Veranstaltungen. Die Möblierung und Ausstattung ist robust und zeitlos. Die Springbrunnenfläche verändert das Mikroklima. Besucher können sich hier am Wasser abkühlen oder dieses aus Ferne beobachten und dieentspannende Wirkung des Wassers genießen. Auch bei Kindern wird das Wasserspiel gutankommen, welche diesen Platz mit großer Freude zum Toben und Spielen besuchenwerden. Vier Fahnenmaste und die neue Position der Denkmaltafel vor dem Rathaus ergänzen den Platz.


6-Seen Wedau - Quartier am Wasserturm | Duisburg

1. Preis I 6-Seen Wedau – Quartier am Wasserturm

Duisburg

In Zusammenarbeit mit Druscke und Grosser Architektur

Das neue Wohnquartier in Duisburg mit einem Wasserturm als identitätsstiftendem Element, wird zukünftig BewohnerInnen einen nachhaltigen und zukunftsorientierten Wohnraum bieten.

Neben einer einzigartigen städtebaulichen und freiraumplanerischen Konzeption spielt das Thema der Nachhaltigkeit eine entscheidende Rolle.

Städtebauliche Konzeption

Es entstehen zwei Ensemble-Gruppen, die sogenannten ‚Nachbarschaften‘, welche über die mittig verlaufende Planstraße C sowie die Fuß- und Radwege verknüpft werden. Den Nachbarschaften werden halböffentliche Grünflächen mit unterschiedlichen Nutzungen für die BewohnerInnen zugeordnet. So entstehen Freiflächen mit Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten sowie Urban Gardening Flächen. Der öffentliche Bereich wird von der umgebenden Parkfläche dominiert. Zudem werden zwei Platzflächen im Norden der Planstraße C und eine Mobilitätsstation im Süden geschaffen.

 

Durch die Schaffung der beiden neuen Gemeinschaften wird eine hohe Kommunikation der BewohnerInnen initiiert und die sozialen Aspekte des Quartiers gestärkt. Architektonisch wird dies u.a. durch die im Erdgeschoss angesiedelten vielfältigen gemeinschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten geschaffen. Es werden u.a. Jugendräume, Gemeinschaftsräume sowie KiTa und kleine Einzelhandelsgeschäfte geplant. Oberhalb dieser werden Wohnungen mit Balkonen realisiert. Auch der Außenraum lädt durch die gemeinsamen Spielflächen, Urban Gardening Bereiche, Mietergärten und Parkflächen zur Interaktion untereinander ein.

Nachhaltigkeit

Neben den sozialen Aspekten und die Förderung dieser spielt die Thematik der Nachhaltigkeit eine große Rolle. Es wird ein möglichst CO2-neutraler Betrieb der Baukörper angestrebt sowie der Energieeffizienzhausstandard EH40. Dies geschieht v.a. durch die Wahl eines kompakten Baukörpers mit einem vorteilhaften A/V-Verhältnis. Zudem werden die Dachflächen begrünt.

Auch im Außenraum ist die Bedeutung einer nachhaltigen Gestaltung zu erkennen. Die Neubauten gliedern sich harmonisch in die bestehenden Park- und Grünstrukturen ein. Zudem wird nur wenig Fläche versiegelt und eine biodiversitätsfördernde Pflanzung angestrebt.


“Wohnquartier Blasius-Blick” | Kaufbeuren

1. Preis I Wohnquartier Blasius-Blick

Kaufbeuren

In Zusammenarbeit mit Benkert Schäfer 

Das neue Wohnquartier in Kaufbeuren, in der Nähe des historischen Stadtkerns, soll künftigen BewohnerInnen einen attraktiven, ortsverbundenen und klimagerechten Wohnraum bieten. In allen Aufgabenbereichen wird bei der Konzeption auf eine gleichberechtigte und zeitgemäße Gestaltung geachtet.

So wird der Märzenbach zu einem strukturgebenden Element der Freiraumgestaltung, der durch die geplante Renaturierung einen naturnahen und interessanten Aspekt des Freiraums darstellt. Die verschiedenen Bereiche zwischen den Wohngebäuden fließen durch eine Abfolge von Bäumen, Blühwiesen, Wegen und anderen Grünräumen optisch ineinander, was die Eigenschaft des Baches wiederum in der Gestaltung aufgreift. Neben Spielelementen für Kinder werden in der grünen Mitte des Quartiers Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten für Menschen jeden Alters im öffentlichen Raum bereitgestellt. Das dortige Miteinander wird von Brotzeittischen gefördert, die u.a.  zur Ausstattung des Außenraums gehören. Im Gegensatz dazu gibt es großzügige private Gartenbereiche, die einen angemessenen Abstand zum Wohnpark aufweisen.

Der motorisierte Individualverkehr wird aus dem Quartier heraus verlagert und übergeordnete Fuß- und Radwegverbindungen werden aufgegriffen. Zudem stehen Fahrradabstellmöglichkeiten an verschiedenen Orten zur Verfügung. Dennoch wird eine sichere und zuverlässige Befahrbarkeit durch Einsatzfahrzeuge, Anlieferungsverkehr und Weiteren in den Bereichen der Erschließung und an den Gebäuden durch entsprechende Beläge erzielt. Da nur für diesen Zweck und für einen behindertengerechten Zugang befestigte Flächen benötigt werden, sind diese nicht überdimensioniert und fügen sich harmonisch in den Wechsel aus Rasenfugenpflaster und Grünfläche ein.

©GTL

Der landschaftliche Charakter zieht sich thematisch durch das gesamte Wohnquartier, da die Einbindung der Wohngebäude in das mäandrierende Gesamtbild die städtebauliche Struktur prägen. Die Bebauung entlang der Kemptener Straße schirmt das Gebiet ab, sodass ein ruhiger und geschützter Aufenthaltsort entsteht. Wichtig ist, dass klimagerechte, bezahlbare und attraktive Wohnungen entstehen. Durch die Reaktion auf den Außenraum sind diese mindestens zweiseitig orientiert, wodurch sich abwechslungsreiche Blickbeziehungen mit dem Blasiusberg und Elementen der historischen Bebauung außerhalb des Quartiers ergeben. Dafür sind die einzelnen Gebäude mit einem kompakten Baukörper, einer monolithischen Bauweise und der klima- und behindertengerechten Planung optimal geeignet.

Dank der Konzeption und der in die Zukunft gerichteten Planung werden durch Joker-Räume, Home-Office-Möglichkeiten und weiteren flexiblen Nutzungsangeboten aktuelle Entwicklungen berücksichtigt. Eine Mischung aus verschieden großen Wohnungen gewährleistet eine soziale Durchmischung, die wegen des angestrebten stabilen und gemeinschaftlichen Zusammenlebens einen weiteren Vorteil bietet.

 

Das Zusammenspiel aus einem kompakten Baukörper, einer einfachen und thermisch robusten, monolithischen Bauweise, einer regenerativen Energieversorgung und einem klimaresilienten, blau-grün Gebäude- und Freiraumkonzept garantiert eine in die Zukunft gerichtete klimagerechte Bebauung.

©Benkert Schäfer

Hochhaus Marienplatz | Darmstadt

1.Preis I Hochhaus Marienplatz

Darmstadt

In Zusammenarbeit mit netzwerkarchitekten, Tragraum Ingenieure

Das neugeplante Hochhaus schafft eine Verbindung zwischen dem Verlagsviertel und der Stadtmitte. Die Planung integriert sich städtebaulich in den Bestand.

Durch die Gebäudefigur des Hochhauses, wobei die ersten vier Geschosse zurückspringen, entsteht eine repräsentative Adresse für die Wohn- und Büronutzung des Gebäudes. Das Hochhaus setzt sich aus einer viergeschossigen Basis und einem darauf versetzten zwölfgeschossigen Schaft zusammen. Die Basis nimmt die Trauflinie des Nachbargebäudes auf und setzt so einen städtebaulichen Bezug. Auch die auf der Basis befindliche Dachterrasse korrespondiert mit der Dachnutzung. Eine weitere Besonderheit des Hochhauses sind die ca. 1,70 m tiefen, umlaufenden Balkone. Darauf festinstallierte Tröge mit intensiver Bepflanzung sorgen für ein gartenartiges Ambiente, verschatten die Fassade und unterstützen das Mikroklima. Die Begrünung des Gebäudes wird durch eine extensive Dachfläche, ausgeprägte Gestaltung der Terrassen und eine Baumreihe entlang der Außenkante der Penthouse-Terrasse ergänzt.  Das Konzept verfolgt das Ziel von einem sinnvollen und ressourcenschonenden Umgang um ein nachhaltiges Gebäude zu schaffen.

Der Außenraum des Gebäudes wird durch eine Platzfläche mit Flächen aus Rasengittersteinen und lockeren Baumhainen charakterisiert. Sich den Baumhainen zugeordnete Sitzbänke laden zum Aufenthalt und Verweilen ein. Entlang der Fassade und den Verkehrswegen zugeordnet, befinden sich Fahrradstellplätze. Die Fassadenbegrünung im Erdgeschoss verknüpft die Außenanlagen mit dem Gebäude.


Cuno-Raabe Schule | Fulda

1.Preis + Zuschlag I Cuno-Raabe Schule

Fulda

In Zusammenarbeit mit netzwerkarchitekten, Tragraum Ingenieure

Die Neukonzeption der Cuno-Raabe-Schule in Fulda umfasst vielfältige Themenbereiche. Neben der Konstruktion der Bauwerke, der Organisation von Brandabschnitten, Flucht- und Rettungswegen und einem energetischen Konzept der Gebäude, ist eine hochwertige, effiziente und nachhaltige Gestaltung der Außenräume vorgesehen. All dies bietet die Chance den identitätsstiftenden denkmalgeschützten Bestand der ehemaligen Kirche mit einer neuen Nutzung zu bespielen.

 

Der Neubau, der im Nordwesten den Abschluss des Areals bildet, wird in Zusammenhang mit dem Bestandsgebäude der Kirche geplant. Um die verschiedenen Nutzungen im Innenraum, wie beispielweise Klassen- und Verwaltungsräume, Lehrerzimmer, eine Mensa, eine Lernküche und weitere Räume zu verbinden, wird der Kubus der Kirche erhalten, im Inneren aber das „Haus-im-Haus“-Prinzip angewendet. Während die Substanz der Kirche weiterhin Schutz vor der Witterung bietet, wird innen ein eigenständiges Gebäude errichtet, das die Anforderungen an neue, nachhaltige Gebäude erfüllt und später eine Mensa, eine Aula und im Obergeschoss die Küche, Ganztagesbereiche und die Bibliothek beherbergt. So kann auf eine aufwändige energetische Sanierung verzichtet werden. Eine Brücke, die diese beiden Gebäude verbindet, bildet gleichzeitig eine wesentliche Struktur im Außenraum. Das Nebeneinander der Materialien der Fassaden und Außenbereiche bildet durch den Wechsel von Holz, textilem Sonnenschutz, hellem Betonsteinpflaster und der Ziegelfassade der Kirche ein reizvolles Zusammenspiel.

Der Schulhof zwischen der ehemaligen Kirche und dem Neubau bildet das zentrale Herzstück der Freianlagen. Zu beiden Gebäuden hin durch Sitzstufenanlagen begrenzt, öffnet er sich zur Mitte hin durch raumbildende Einzelbäume und mündet in einen dichten ‚Tobewald’. Eine weitere Besonderheit ist das Kletter- und Balanciergerüst mit Fallschutzkies im Untergrund. Abseits vom Trubel befindet sich ein ruhiger Bereich, der auch als grünes Klassenzimmer oder Schulgarten genutzt werden kann. Das Pflanzkonzept sieht in den Randbereichen die Verwendung von heimischen und dem Nutzungsdruck standhaltenden Sträuchern vor.
Der Stellplatzbedarf soll in Verbindung mit dem Neubau neu strukturiert werden. Die Parkplätze werden durch zentrale und in Eingangsnähe platzierte Fahrradstellplätze ergänzt. Auf den Dächern des Neubaus werden, neben einer modernen PV-Anlage zur Stromerzeugung, eine extensive Dachbegrünung, sowie Dachgarten und Spielfäche angelegt.