Werkstätten Ferdinand-von-Steinbeis-Schule | Tuttlingen
Anerkennung | Werkstätten Ferdinand-von-Steinbeis-Schule
Tuttlingen
In Zusammenarbeit mit Atelier 30, Kassel
Der Freiraum des neuen Werkstättengebäudes der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule schafft einen lebendigen, grünen Schulcampus, der Begegnungszone mit Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten, Bewegungsbereiche und Erschließungen miteinander verbindet. Die mittigen Grünflächen schaffen in sich geschlossene Bereiche, in denen sich ein aktiver Bereich mit Tischtennisplatten und vielen Sitzmöglichkeiten befindet, ein ruhiger Bereich mit einem großen Arbeitstisch unter einer Pergola und einem kommunikativen Aufenthaltsbereich. Gleichzeitig lockern die Grünflächen die steinerne Pausenhoffläche auf und verbessern das Mikroklima.
Das Freiraumkonzept unterstützt ein pädagogisches Umfeld, das auf gemeinsames Lernen, Bewegung und Kommunikation ausgelegt ist. Die vielseitigen Flächen und Sitzmöglichkeiten fördern Aktivitäten im Freien, regen zu Bewegung an und bieten Raum für gemeinschaftliches Lernen und Erholen in den Pausen.
Das Konzept berücksichtigt zudem verschiedene Nutzerbedürfnisse und integriert barrierefreie Zugänge und Behindertenparkplätze nahtlos in die Gestaltung. Ergänzend bietet der Innenhof eine Spielzone mit einer Basketballfläche, die den Schüler*innen während der Pausen als aktiver Freizeitbereich dient.
Große, resiliente Klimabäume und eine bepflanzte Pergola schaffen Schattenbereiche, in denen die sommerliche Erwärmung der Flächen reduziert wird. Die Grünflächen werden so angelegt, dass sie kleine Mulden bilden, in denen sich das Regenwasser sammeln, verdunsten und versickern kann. Widerstandsfähige Pflanzen, die sowohl lange Trockenzeiten, als auch Starkregen Ereignissen standhalten, tragen zu einem zukunftsweisenden, modernen Gestaltungsbild des Schulcampus bei.
Um die befestige Fläche möglichst gering zu halten, werden die Flächen des ruhenden Verkehrs mit Rasenfugenpflaster befestigt, um auch hier Regenwasser vor Ort versickern zu können.
Neubau der Bildungsakademie der HWK Karlsruhe | Karlsruhe
Anerkennung | Neubau der Bildungsakademie der HWK Karlsruhe
Karlsruhe
In Zusammenarbeit mit Atelier30
Städtebauliche Idee
Mit dem Neubau der Bildungsakademie erhält die Handwerkskammer Karlsruhe die Chance sich im Kontext ständiger wirtschaftlicher, technologischer und gesellschaftlicher Veränderungen mit einer neuen, zeitgemäßen und modernen Lern- und Arbeitswelt zu präsentieren.
Den Planungs- und Baurechtlichen Grundlagen folgend wird der Neubau entlang der Johann-Georg-Schlosser-Straße positioniert. Mit der Abstaffelung des Baukörpers wird das Bauvolumen gegliedert und funktional organisiert.
Der Haupteingang zum Gebäude liegt im zentral angeordneten, markanten dreigeschossigen Bauteil der Akademie, womit der Bildungsakademie ein gut wahrnehmbarer, dem Ort angemessener Auftritt verschafft wird.
Dem Haupteingang ist ein Eingangsplatz vorgelagert, der das seitlich platzierte Parkhaus an den Haupteingang auf kurzem Weg anbindet.
Innenhöfe
Die Werkstätten sind um zentral liegende Innenhöfe angeordnet. Bei der Durchwegung der Werkstattbereiche entsteht somit ein abwechslungsreicher Erschließungsbereich mit interessanten Ausblicken. Zudem bieten Aufweitungen im Bereich vor den Innenhöfen und auch die Innenhöfe selbst Raum für Kommunikation und zur Entspannung.
Freiraum
Die Bildungsakademie in Karlsruhe wird durch einen großzügigen Vorplatz erreicht. Vorbei an kleineren Grüninseln und zahlreichen Bäumen ist der Eingang klar zu erkennen. Durch eine Verbindung von Grün und Sitzflächen entsteht ein attraktiver Ort zum Treffen und bietet die Möglichkeit, seine Zeit in der urbanen Mitte unter schattenspendenden Bäumen zu verbringen.
Die gesammelte Verschiebung der Parkflächen auf den westlichen Teil des Grundstücks sorgt für einen beruhigten Bereich vor der Akademie für Fußgänger:innen und Fahrradfahrer:innen.
Gestärkt wird dies durch Fahrradstellplätze vor dem Eingang.
Die Anlieferung erfolgt über die südliche Freifläche. Zusammen mit der Einfahrt zur Tankstelle kann die Anlieferung getrennt zum restlichen Nutzen der Akademie stattfinden. Durch einen Vegetationsstreifen in Kombination mit einem Zaun wird die Zugänglichkeit eingeschränkt und eine klare räumliche Trennung vollzogen. Um diese Fläche jedoch weiter aufzuwerten, werden zahlreiche Bäume platziert. Verbunden mit Ausschweifungen des Grünbandes ergeben sich kleine Nischen mit Sitzflächen unter diesem Baumdach.
Zentraler Punkt in der Außenlagenplanung ist das immer wichtiger werdende Regenwassermanagement, um die Bildungsakademie auch in vielen Jahren als modernen Standort zu sehen. So wurden sprechend großzügige Retentions- und Versickerungsflächen geplant.
Südlich des Neubaus befindet sich die Retentionsfläche in einer Kombination aus mehreren Mulden. So kann hier überschüssiges Regenwasser vom Grundstück und den angrenzenden Flächen gesammelt, verdunstet und versickert werden.
Durch ein Grünband um das Parkdeck kann auch ein Teil des Regenwassers im westlichen Teil des Grundstücks aufgenommen werden. Das restliche Wasser wird in die lange Versickerungsfläche im Süden geleitet.
Auch die drei Innenhöfe mit Grün- und Sitzelementen unterstützen den Umgang mit dem Niederschlag durch direkte Versickerungsflächen.
Dach- und Fassadengestaltung
Die Dächer der eingeschossigen Gebäudebereiche und die Geschossdecken des Zentralbaus sind als Holz-Beton-Verbunddecken auf einem Konstruktionsraster von 5x5m geplant. Bei Bedarf wird das Konstruktionsrater auf 7,5×7,5m bzw. 10x10m erweitert und die Konstruktion mittels Unterzügen unterstützt.
Die Fassadenelemente und Innenwände sind in Holzrahmenbauweise vorgesehen.
Über die Materialität der Fassade wird die Holzbauweise konsequent fortgesetzt. Die Fassadenflächen sind mit einer Holzschalung verkleidet. In Teilen wird eine Fassadenbegrünung vorgeschlagen.
Biodiversität und Regenwassermanagement
Die Freianlagen erfüllen neben den funktionalen Anforderungen der Bildungsakademie auch grundsätzliche Funktionen resilienter und nachhaltiger Gebietsentwicklung. Regenwassermanagement, wasserdurchlässige Oberflächenbefestigungen,
strukturreiche Vegetationsflächen, Biodiversität und Kohabitation stehen hier im
Mittelpunkt. Die Gebäudedächer erhalten eine Intensivbegrünung mit regionalem Saatgut. Die 30 cm starke Substratschicht hält das Regenwasser durch Speicherung und Verdunstung fast vollständig zurück. Überschüssiges Regenwasser der Dächer wird in Zisternen gesammelt und als Brauchwasser für die Gebäudetechnik und die Grünflächen zur Verfügung gestellt.
Die Freianlagen erhalten ein übergreifendes Regenwassermanagement. Hierzu wird das anfallende Regenwasser in die Pflanz- oder Strauchflächen geleitet, damit es dort aufgefangen wird und lokal versickern kann. Überschüssiges Regenwasser bei Starkregenereignissen wird gezielt in Retentionsflächen geleitet.
Die offenen Grünflächen, mit einem großen Anteil an artenreichen Blühzonen, mit hitzetoleranten Extensivstauden und Gräsern, dienen als Nahrung und Lebensraum für Bienen und Insekten. An den Rändern sind freiwachsende Hecken aus heimischen Gehölzen vorgesehen, sie bilden die Raumgrenze, mindern den Lärm und haben Schutzcharakter. Eingestreute Fruchtgehölze erhöhen die Biodiversität der Freianlage. Ein Grünraum für Menschen, Tiere und Pflanzen.