3. Preis | Transformation Bezirksamt Hamburg-Nord
Hamburg-Eppendorf
In Zusammenarbeit mit gmp Architekten
Städtebau und Denkmalschutz
Die Potentiale des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudeensembles „Bezirksamt Hamburg-Nord“ herauszuarbeiten und zu stärken ist das Ziel dieses Wettbewerbsbeitrages. Der Verwaltungsbau wird in ein lebenswertes und zukunftsfähiges Quartier transformiert: Das Seitzquartier entsteht.
Die denkmalgeschützten Bauteile B-E nach den Plänen des Architekten Paul Seitz werden in ihrer Bausubstanz erhalten und behutsam durch drei Neubauten ergänzt: Ein neuer Turm als Hochpunkt an der Magistrale betont durch seine Fernwirkung den Auftakt von Eppendorf. Er stellt sich anstelle des Bauteils A direkt hinter das Bauteil B1, dockt mit einer überdachten Halle als Fuge daran an und schafft nach Osten einen großen und zusammenhängenden Innenhof.
Eine Aufstockung der ehemaligen Bücherhalle arrondiert den Gebäudeblock entlang der stark befahrenen Lenhartzstraße. Dabei ist die Straßenkante des Neubaus ein Stück nach hinten versetzt, sodass das Bauteil E seine Präsenz behält. Ein Anbau an Bauteil C1 verbindet als vermittelnder Baustein das Quartier mit dem angrenzenden Marie-Jonas-Platz. Die ursprüngliche Entwurfsidee wird hier fortgeführt, indem sich der Neubau gegenüber dem Bestand in der Höhe abstaffelt und eine neue Stirnseite erzeugt. So fügen sich alle Neubauten harmonisch in die Bestandsstruktur und die angrenzende Bebauung ein und entwickeln diese zeitgemäß weiter.
Die Bestandsgebäude werden in Abstimmung mit dem Denkmalamt saniert und in den Innenräumen für die neue Nutzung umgebaut. Die Fassaden behalten ihre schützenswerte Präsenz und werden lediglich in den Hofbereichen um Balkone ergänzt (Bauteil C und D). Dort ergibt sich ein innerer, privater und landschaftlich geprägter Quartiershof als Oase und identitätsstiftenden Raum für die Bewohner:innen des Seitzquartiers im Gegensatz zu dem eher öffentlichen Quartiersplatz zum Marie-Jonas-Platz- und dem eher städtischen Platz zur Magistrale hin.
Erschließung und Nutzung
Durch die Neubauten wird eine angemessene Nutzungsdichte und damit einhergehend auch eine größere Wirtschaftlichkeit des Projekts möglich. Nach Norden sind im EG v.a. Einzelhandelsflächen angeordnet. In den unteren Geschossen auf der Ostseite und im Hochpunkt finden sich Bürobereiche. In den oberen Geschossen sind Wohnungen unterschiedlicher Größe vorgesehen – vom kompakten 1-Zimmerappartement im Bestand bis hin zu großzügigen Stadthäusern in Bauteil D oder Maisonettewohnungen im Bauteil C.
Freiraumgestaltung
Mit der Transformation des Verwaltungsgebäudes in ein Quartier mit Gewerbe-, Büro und Wohneinheiten ändern sich auch die Anforderungen an den Freiraum. Ungenutzte und nicht zugängliche Grünflächen, rein funktionale Eingangsbereiche und Stellplatzflächen machen Platz für nachbarschaftliches Leben und Spielflächen. Der Innenhof ist öffentlich zugänglich, jedoch vorwiegend den Bewohner:innen vorbehalten. Neupflanzungen in freien, geschwungenen Formen ergänzen den bestehenden schützenswerten Baumbestand. Erschlossen wird der Hof direkt von den umliegenden Gebäuden. Eine private Durchwegung verbindet die Freiräume untereinander.
Mobilitätskonzept
Der Bedarf der KFZ-Stellplätze ermittelt sich aus Erfahrungswerten, in denen ortsspezifische Abminderungsfaktoren berücksichtigt sind. Den Bewohnern und Gästen stehen zwei große Fahrradgaragen, ergänzt durch dezentrale Parkbereiche in den Freibereichen zur Verfügung. Ein Mobility-Hub und zwei Fahrradwerkstätten komplettieren das Mobilitätskonzept.








